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Affiliate Marketing

Affiliate Marketing bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen einem Anbieter (Merchant) und einem Publisher (Affiliate). Der Merchant bietet Leistungen an, welcher vom Affiliate auf der eigenen Website beworben werden. Findet eine Conversion oder eine andere profitable User Aktion statt, so wird der Affiliate durch eine Provision vergütet.

Arbeitsweise

Affiliate Marketing ist eine spezielle Form des Online Marketings. Das Vertriebskonzept basiert auf Vermittlungsprovisionen. Hier vermittelt der Affiliate seine Besucher an die Website bzw. das Produkt des Merchants mithilfe eines Links. Dieser Affiliate-Link ist so aufgebaut, dass der Publisher eindeutig über eine ID identifiziert werden kann. Dabei handelt es sich um einen Query String, welcher mit einem Fragezeichen eingeleitet wird. Durch diese spezielle ID kann der Merchant erkennen, wie viele Klicks und Conversions durch die jeweiligen Affiliates zustande gekommen sind. In der Regel sieht ein Affiliate-Link in etwa folgendermaßen aus:

https://Webseitedesmerchants.com/produktname/123/?id=1234567

Diese Art von Tracking kann zudem durch Cookies bereichert werden. Diese ermöglichen die virtuelle Verfolgung des Besuchers indem ein Cookie beim Verbraucher hinterlegt wird. Verlässt der Besucher die Seite, ohne eine Conversion getätigt zu haben und entschließt sich zu einem späteren Zeitpunkt, das Produkt oder die Dienstleistung doch zu erwerben, wird das Cookie wiedererkannt, sobald der Besucher sich wieder auf der Seite aufhält. Da die Cookie-Informationen auch die Affiliate ID beinhalten, lässt sich so nachverfolgen, welchem Publisher die Conversion zu verdanken ist.

Wird durch den Besucher eine Conversion getätigt, dann erhält der Affiliate eine Provision. Wie hoch diese ausfällt hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Branche, dem Produktpreis und der Art der Conversion. Provisionen können durch reine Klicks auf die Merchant Website (Click), der Kontakt Sammlung von Kunden (Leadgenerierung) oder durch den Verkauf von Produkten (Sales) generiert werden.

Die Werbemittel, also Banner, Text und Bilder, werden in aller Regel vom Merchant gestellt. Diese können mit Hilfe eines Codes dann einfach auf der Website des Affiliates eingebunden werden. Allerdings können Affiliates Texte und Bilder auch abändern, um sie zum Beispiel besser an ihre Seite, sei dies Content oder Design bezogen, anzupassen.

Affiliate Marketing kommt ursprünglich aus dem Internet, können aber auch teilweise ohne Internet betrieben werden. Dafür können sich Kunden zum Beispiel Gutscheine ausdrucken, welche sie dann im Geschäft vorzeigen. In der Regel handelt es sich dabei um Rabattgutscheine oder Ähnlichem. Diese sind mit einem Barcode, einem QR-Code oder einer ID ausgezeichnet, die einem Werbetreibenden im Geschäft zugeordnet werden kann. Da diese Angebote aber meistens aus dem World Wide Web bezogen werden, geht das Affiliate Marketing nicht komplett ohne Internet.

Beziehung zwischen Affiliate und Merchant

Grundsätzlich kooperieren zwei Parteien im Affiliate Marketing miteinander: Affiliate und Merchant. Diese können allerdings verschiedene Formen und Verhältnisse annehmen.

Affiliate

  • Affiliate Systeme: Affiliate Systeme bzw. Netzwerke sind Konglomerate von vielen verschiedenen Publishern. Betreiber dieser Netzwerke dienen als Vermittler zwischen Affiliate und Merchant. Vorteil für Merchants: Sie müssen sich die Affiliates nicht einzeln aussuchen. Dadurch werden Zeit- und Arbeitsaufwand eingespart.
  • Einzelne Affiliate Seiten: Aus der klassischen Sicht gibt es einzelne Affiliate Seiten, die vom Merchant ausgewählt werden, um deren Produkt zu präsentieren. Diese gibt es natürlich immer noch, wobei die Zusammenarbeit heute eher von der Seite der Affiliates angestoßen wird. Einzelne Affiliate Seiten sind außerdem dazu geneigt, sich an größeren Merchant-Portale zu wenden, bei der keine individuelle Prüfung stattfindet.

Merchant

  • Merchant Portale: Online Shops, bei denen mehrere Merchants ihre eigenen Produkte zur Verfügung stellen, können Affiliate-Programmen unterliegen. Publisher melden sich dort bei einem Partnerprogramm an, erhalten dann eine ID und können alle möglichen Produkte des Portals auf ihrer Website bewerben. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Amazon Affiliate Programm, bei dem sich Artikel einfachst durch den AISI Code auf Publisher-Seiten implementieren lassen. Auch aus der Merchant Seite gibt es positive Aspekte, da sie hier weniger Betreuungsaufwand haben. Sie müssen weder den Code, noch das Tracking einbauen und pflegen, da dies von den Betreibern der Portale übernommen wird.
  • Einzelne Merchants: Natürlich gibt es neben den Portalen auch noch einzelne Merchants. Diese müssen die Umwandlung und das Tracking allerdings selber auf Ihrer Website umsetzen. Einzelne Merchant-Webseiten können sich an Affiliate Systeme wenden, oder selber Affiliates auswählen.

Conversions und Provisionen

Im Affiliate Marketing können Publisher auf Basis von verschiedenen Abrechnungsmodellen ihre Werbung vergüten lassen. Die Höhe der Provision kann fix oder prozentual sein und hängt stark vom Produkt oder der Dienstleistung selber ab. Obwohl es sich bei Affiliate Marketing in der Regel um Bannerwerbung, also Display Marketing handelt, wird hier nur in seltenen Fällen für Impressionen gezahlt. Stattdessen basieren die gängigsten Modelle auf dem Pay Per Action Prinzip, bei dem Besucher eine Aktion tätigen müssen, damit Affiliates Geld verdienen können. Die gängigsten Methoden sehen folgendermaßen aus:

Pay Per Click

Wird das Pay Per Click Verfahren angewendet, so wird der Publisher nach der Anzahl der Klicks auf die Werbung bezahlt. Die Provision wird also nur dann fällig, wenn der Nutzer auf den Werbebanner oder Affiliate-Link klickt. In vielen Fällen geschieht dies auch nur dann, wenn immer etwa 100 Klicks erreicht werden. Dieses Prinzip wird auch “Earnings per 100 Clicks” (EPC) genannt, da der Merchant seinem Partner nach einem Durchschnittspreis für 100 Klicks vergütet. Cookies sollen verhindern, dass mehrere Klicks pro Person einzeln gewertet werden.

Die große Problematik beim Pay Per Click Verfahren besteht  darin, dass der Merchant die Qualität der Affiliate Seite nicht beeinflussen kann, und dass dadurch zwar viele Klicks, jedoch keine eigentlichen Conversions generiert werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn auf der Affiliate Seite mit Rabatten Werbung gemacht wird, die der Merchant auf seiner Landing Page nicht anbietet. Nutzer klicken zwar auf den Link, springen dann aber wieder ab (siehe Bounce Rate). Daher eignen sich PPC-Modelle für Werbende am besten für kurzfristige Kampagnen, die die Reichweite erhöhen sollen.

PPC wird in Marketing Kreisen auch als Cost Per Click bezeichnet. Allerdings handelt es sich beim CPC um den eigentlichen Kostenbetrag bzw. Provisionsbetrag, während PPC das Abrechnungsverfahren bezeichnet.

Pay Per Lead

Wird der Erfolg eines Publishers mit der Anzahl an Kontaktaufnahmen gemessen, spricht man vom Pay Per Lead. Im Gegensatz zum PPC Verfahren ist das PPL Konzept auf Qualität ausgelegt. Der Publisher wird nur für den tatsächlich relevanten und hochwertigen Traffic bezahlt. Dieses Verfahren eignet sich vor allen Dingen für Dienstleistungen, insbesondere für solche Arten, die viel Beratung benötigen.

Pay Per Sale

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Die für Online Shops gängigste Art, Affiliate Marketing abzurechnen, ist das Pay Per Sale Verfahren. Käufe, die auf Affiliates zurückzuführen sind, werden jeweils durch einen Prozentsatz oder Fixbetrag des Produkts vergütet.

Weitere Abrechnungsmodelle

Weniger verbreitete Affiliate Marketing Modelle sind:

  • Pay Per Link: Bereits der Einbau eines Affiliate Links wird bezahlt. Diese Methode ist heute nicht mehr gängig, wurde vor einigen Jahren aber auf die Spitze getrieben – zum Nachteil des Merchants.
  • Pay Per Click Out: Wurde der Besucher von der Affiliate Seite auf die Merchant Seite weitergeleitet, muss er auf derselbigen auf einen weiteren Link klicken. Erst dann kann der Publisher Gewinn erzielen.
  • Pay Sign Up: Hier qualifiziert sich ein Publisher nur für eine Provision, wenn Besucher sich auf der Zielseite registrieren.
  • Pay per Install: Handelt es sich bei dem Produkt um eine Software, können die Installationen getrackt werden.

Relevanz der Suchmaschinenoptimierung im Affiliate Marketing

Wer qualitativ hochwertiges Affiliate Marketing betreiben will, kommt an der Suchmaschinenoptimierung nicht vorbei. Publisher können nur dann Geld verdienen, wenn es Traffic auf der Seite gibt, welcher zu großen Teilen über Google und Co. generiert wird. Deswegen sollten Affiliate-Webseiten, sei dies ein Blog oder eine Landing Page, nach SEO-Richtlinien optimiert werden. Seiten, die fast nur Affiliate-Links aufweisen können auch als Spam eingestuft werden. Das ist auch der Grund, warum Affiliate Marketing in den letzten Jahren bei SEOs in den Verruf geraten ist. Um diesem Schicksal zu entgehen, sollten Publisher daher hochwertigen Content erstellen, welcher auch zum Produkt des Merchants passt und darauf Bezug nimmt.

Letzten Endes bestehen im Affiliate Marketing große Chancen, auf beiden Seiten Profit zu machen. Auf der einen Seite erweitern Merchants ihre Reichweite und können mehr Kunden erreichen. Auf der anderen Seite können Publisher im Internet viel Geld mit Provisionen verdienen. Affiliate Marketing kann also durchaus eine Win-Win Situation sein.

Quellen

Ihr Weg zu mehr Besuchern und Umsatz