Arbitrage

Arbitrage ist ursprünglich ein Terminus aus dem Finanzmanagement und wird häufig mit der Börse in Verbindung gebracht. Bei einer Arbitrage werden Preisunterschiede auf verschiedenen Märkten bei gleicher Ware ausgenutzt, um Gewinne zu erzielen. Im Online Marketing hat der Begriff im jedoch auch eine neue Bedeutung gewonnen; hier wird durch Arbitrage mit geschalteter Werbung Profit gesteigert.

Arbitrage im Finanzwesen

Bei der klassischen Arbitrage werden Gewinne durch die unterschiedlichen Preise, Kurse und Zinsen der gleichen Ware auf verschiedenen Märkten erzielt. So werden z.B. Aktien auf einem Markt zu einem niedrigen Preis gekauft und für einen höheren Betrag auf einem anderen Markt wieder verkauft. Die Gewinnspanne ergibt sich aus der Differenz zwischen den Beträgen. Durch Arbitrage verringern sich die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Märkten. Bei einem guten Kurs haben Arbitragegeschäfte nur ein geringes Verlustrisiko.

Arbitrage im Affiliate Marketing

Im Internet wird Arbitrage auf andere Weise betrieben. Am bekanntesten ist die Affiliate Arbitrage. Hier wird Traffic günstig eingekauft (z.B. über Suchmaschinenwerbung); der Link führt auf eine Seite, die weitere Händler-Werbung zu dem jeweiligen Thema enthält. Diese Händler-Anzeigen sind deutlich teurer als die Suchmaschinenwerbung; ihre Gebühren müssen hoch genug sein, um abzüglich der SEA-Gebühren noch Profit abzuwerfen. Klickt ein Nutzer diese Werbung und/oder tätigt einen Kauf, erhält der Affiliate eine Provision, die häufig mit der Pay per Click-Methode abgerechnet wird. Der Webmaster zieht seinen Gewinn also aus Differenz zwischen seinen Ausgaben für die Suchmaschinenwerbung und den Einnahmen und Provisionen der höherwertigen Anzeigen.

In der Vergangenheit haben viele Webseitenbetreiber häufig Affiliate-Brücken-Seiten gebaut, um Geld mit Arbitrage zu verdienen. User gelangen über Suchmaschinen-Anzeigen (z.B. Google AdWords) auf die Affiliate-Seite, wo sich dann nichts als Werbung für den entsprechenden Merchant oder Händler (z.B. Amazon) befindet – manchmal sogar nur ein einziger Werbebanner. Seit 2007 verbietet Google diese “Thin Affiliate”-Taktik. Eine weitere, ebenfalls verbotene Taktik bestand darin, dass auf den Affiliate-Seiten höherwertige AdSense-Anzeigen zu den Merchants führten, der Webmaster seinen Gewinn also aus der AdSense-Werbung zog.

Beispiel

Vergleichsportale und Preissuchmachinen wie guenstiger.de oder Idealo betreiben häufig Arbitragegeschäfte, indem sie als Vermittler fungieren.

Eine Preissuchmaschine kauft via GoogleAdwords verhältnismäßig günstig Klicks, um Kunden zu akquirieren. Durch die Sammlung und Listung der verschiedenen Angebote für denselben Artikel ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Vergleichsportal den Kunden zu einem der verlinkten Händler weiterleitet. Je nach Modell kann die Abrechnung als Pay per Click erfolgen, d.h. der Händler bezahlt dem Vergleichsportal eine Art Vermittlungsprovision für den Link. Die Auszahlung kann auch als Pay per Sale erfolgen; in diesem Fall erfolgt die Auszahlung erst, wenn ein Nutzer bei einem der verlinkten Händler einen Kauf tätigt.

Die Händler-Provision minus die Kosten für die AdWords-Anzeige ergeben die Gewinnspanne des Vergleichsportals. Von den verbotenen Affiliate-Geschäften unterscheidet sich eine Preissuchmaschine dadurch, dass sie den Nutzer nicht auf eine Seite mit einem Affiliate Link leitet, sondern ihm durch den direkten Vergleich mehrerer Anbieter einen Mehrwert bietet.

Kritik an Arbitrage

Arbitrage steht berechtigterweise immer wieder in der Kritik, da sie Möglichkeiten für streitbare Geschäftsideen bietet.

Jüngstes Beispiel ist die Amazon-to-eBay-Arbitrage: Hier ziehen Arbitrageure den Gewinn daraus, dass viele Kunden keinen Preisvergleich betreiben und der Arbitrageur die Preisgefälle manuell herbeiführen können. So inseriert der Arbitrageur Waren für einen höheren Preis bei eBay, die er erst nach der Kaufabwicklung für einen günstigeren Preis bei Amazon bestellt und als Geschenk zum Kunden liefern lässt. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich von dem Verkauf von Lagerware, da der Arbitrageur die Ware vor dem Weiterverkauf nicht selbst ankauft, sondern erst bestellt, wenn sie bereits weiterverkauft wurde. Amazon wird in diesem Fall als Lieferant benutzt. Besonders für Händler, die Amazon als Vertriebswerkzeug nutzen, führt diese Art der Arbitrage zu wirtschaftlichen Einbußen, da der Händler im Falle von Rücksendungen die Retour zahlen muss, obwohl er selbst nicht den Verkauf abgewickelt hat. Von den Preisunterschieden profitieren also ausschließlich die Arbitrageure. Illegal ist diese Art der Arbitrage übrigens nicht, umstritten aber dennoch.

Ein risikofreies Geschäft?

Arbitrage wird als leichte Möglichkeit betrachtet, schnell und ohne Risiko viel Umsatz zu generieren. So einfach ist es allerdings nicht, denn:

  • Die Beträge, die in die Anzeigenschaltung investiert werden, hängen von den entsprechenden Keywords ab – populäre Keywords sind teurer als weniger beliebte
  • Je mehr Geld in die Suchmaschinenwerbung fließt, umso höher müssen die Provisionen von den Merchants sein, um weiterhin einen Profit zu gewährleisten
  • Die Provisionen hängen vom Nutzerverhalten ab: Bei Pay per Click-Abrechnungen muss der User die Merchant-Werbung anklicken, damit das Modell Erfolg hat; bei Pay per Sale gibt es ohne Kauf keine Provision.

Das Verhältnis zwischen Investition in Suchmaschinenwerbung und Einnahmen muss also genau im Auge behalten werden, um Fehl-Investitionen zu vermeiden, die bestenfalls durch die Affiliate-Links ausgeglichen werden, schlimmstenfalls jedoch zu finanziellen Einbußen führen können. Um langfristig von Arbitragegeschäften zu profitieren, sind also genaue Kenntnisse des Markts erforderlich, um das System auf legale Weise zu manipulieren. Wenn Arbitrage nur eingesetzt wird, um die Klickraten einer Affiliate-Kampagne in die Höhe zu treiben, ohne dem User zu nützen, geht Google gegen entsprechende Arbitragegeschäfte vor.

Online-Arbitrage ist also durchaus kein risikofreies Geschäftsmodell. Es stellt sich also die Frage, ob die Investitionen nicht besser in andere Marketing-Maßnahmen (z.B. die Erstellung von besserem Content) fließen sollten.

Quellen

https://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/arbitrage
https://de.ryte.com/wiki/Arbitrage
http://www.inside-marketing.net/menue/Arbitrage-business.htm
http://www.digitalkompakt.de/analysen/arbitrage-modell-arbitrage/
https://omr.com/de/amazon-ebay-arbitrage/

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