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Bing

Bing ist die Suchmaschine aus dem Hause Microsoft und aktuell die zweitgrößte hinter Branchenprimus Google. Im Jahr 2009 ging die erste Beta-Version des Live Search-Nachfolgers online. Microsoft vernachlässigte lange Zeit das Gebiet der Suchmaschinen und dementsprechend schwer ist der Stand gegenüber dem Marktführer. Durch zahlreiche Innovationen und Kooperationen versucht Bing weiter Google die Vormachtstellung streitig zu machen.

Aufbau und Funktionsweise

Nachdem Live Search sowie die MSN-Suche nicht keine wirklich konkurrenzfähige Alternative zu Google darstellen, versuchte Microsoft mit dem Launch von Bing mehr User für sich zu gewinnen. Grundsätzlich will Bing durch Einfachheit und gleichzeitig durch Tiefe der Funktionen überzeugen. Im Gegensatz zu anderen Suchmaschinen steht die Suchmaske nicht im zentralen Mittelpunkt sondern ist leicht versetzt zu finden. Stattdessen fällt der Blick auf das täglich wechselnde Hintergrundbild, das den Nutzer ansprechen und dessen Interesse wecken soll. Scrollt man nach unten, finden sich weitere Informationen sowie Ort an dem das Bild aufgenommen wurde. Neben dem Anzeigebild aus Architektur oder Natur gibt es verschiedene Suchkategorien, die sich mittels Reiter am linken oberen Bildschirmrand auswählen lassen. Wie gewohnt hat der Nutzer die Auswahl zwischen einer allgemeinen Suche, Bildern, Videos, Karten und Nachrichten. Des Weiteren ist Bing direkt verlinkt mit dem Portal MSN, dem Microsoft E Mail-Anbieter Outlook, sowie allen gängigen Office Programmen in der Online Variante.

Bing Suchmaske

Startseite der Suchmaschine Bing

Am unteren Bildrand findet sich zudem ein Newsfeed in Form verschiedener Bildkacheln. Hier findet der Nutzer aktuelle Artikel aus verschiedenen Themengebieten wie Politik oder Sport.

Abgrenzungsmerkmale

Laut Microsoft ist es besonders die mediale Suche, die Bing von konkurrierenden Suchmaschinen und vor allem von Google abhebt. Beide Suchmaschinen verfügen über eine Videosuche und beide greifen für diese größtenteils auf Youtube zurück. Die Videosuche via Bing birgt jedoch den Vorteil, dass die Videos direkt auf der Suchseite angesehen werden können und, dass die Videos automatisch als Vorschau abgespielt werden, wenn der Nutzer mit dem Mauszeiger darüber fährt. Zum Vergleich: Google leitet über die Videosuche stets auf eine externe Seite weiter.
Außerdem ist die Bildersuche in Bing ebenfalls als Diashow verfügbar und die Bilder sind auch in voller Auflösung sichtbar, ohne dass man die Ursprungs-Homepage aufrufen muss. Diese erhöhte Nutzerfreundlichkeit der Video- und Bildsuche sowie der standardmäßig verankerte Newsfeed auf der Startseite sind die größten Abgrenzungsmerkmal gegenüber Big Player Google. Bing verkauft sich als Entscheidungshilfe und Interessen-Portal anstatt als reine Suchmaschine.

Nachteile gegenüber der Konkurrenz

Neben der Diversifizierung des Unternehmens wurde Bing vor allem ins Leben gerufen, um Google anzugreifen. Dass dieses Unterfangen kein leichtes ist, liegt zum einen an dem enormen Wissensvorteil des Suchmaschinenriesen. Die Konkurrenz ist bereits seit 1998 und somit 10 Jahre länger im Bereich Suchmaschinen aktiv, während Microsoft sein Kerngeschäft lange in andere Richtungen ausgebaut hat. Die Basis für eine erfolgreiche Suchmaschine ist der Suchalgorithmus. Dieser generiert die organischen Suchergebnisse und entscheidet somit über die Zufriedenheit des Kunden. Um diesen Algorithmus so effizient wie möglich zu gestalten und auf die Bedürfnisse der Nutzer ausrichten zu können, bedarf es einer großen Menge an Nutzerdaten. Google ist nicht nur deutlich länger im Geschäft, sondern verfügt aufgrund des deutlich höheren Suchvolumens auch über deutlich mehr Kundendaten als Bing.

Angriff auf die Spitze

Seit einigen Jahren verharrt Bing auf Platz 2 der größten Suchmaschinen. wobei der Klang des zweiten Platzes schon fast etwas zu schmeichelhaft ist. Denn zwischen Google und Bing klafft eine große Lücke. Im weltweiten Vergleich besitzt Bing einen Marktanteil von lediglich 5%, während Google circa 90% des Suchvolumens für sich verzeichen kann.
In Europa und den USA sind diese Verhältnisse etwas anders. Bing konnte im März 2017 in den USA einen Anteil von 33% des gesamten Suchvolumens erreichen, in Deutschland waren es 12%.

Suchmaschinen Markt

Verteilung der weltweiten Suchanfragen auf die Suchmaschinenanbieter

Um die Anteile weltweit zu erhöhen geht Microsoft vermehrt Partnerschaften mit anderen Google-Gegnern ein. Seit dem Jahr 2009 werden Suchanfragen, die via Yahoo gestellt werden, von Bing bearbeitet. Das Suchvolumen, welches Yahoo verzeichnen kann, lässt sich also im Hintergrund der Suchmaschine von Microsoft zuordnen.
Im Jahr 2011 folgte eine Kooperation mit der chinesischen Suchmaschine Nr.1 – Baidu. Aufgrund einer Zensur sind Google Dienste in China gesperrt und somit von Markt ausgeschlossen. Bing hingegen verarbeitet jegliche englische Suchanfrage, die bei Baidu eingeht.
Außerdem kooperieren im Jahr 2014 Apple und Microsoft, um gemeinsam gegen die Vormachtstellung des großen Konkurrenten vorzugehen. So werden seit dem Update auf iOS 7 die Suchanfragen via Siri ebenfalls über Bing verarbeitet anstatt – wie zuvor – über Google.

SEO mit Bing

Viele Unternehmen betreiben Suchmaschinenoptimierung lediglich nach den Anforderungen von Google – angesichts des Suchvolumens einerseits verständlich, doch auch Bing bietet Vorteile, die sich durchaus lohnen können. Bei Bing ist die Konkurrenz deutlich geringer und vor allem in Europa und den USA verzeichnet Bing ein anhaltendes Wachstum. Zudem ist über Bing ein exklusives sowie zahlungskräftiges Publikum erreichbar und die durchschnittliche Bounce Rate ist deutlich geringer als bei Google. Der generierte Traffic via Bing ist somit meist günstiger und von höherer Qualität.
Bing verfügt über einen eigenen Crawler, den Bingbot, der für die organischen Suchergebnisse eine entscheidende Rolle spielt. Während viele Metriken der Webseitenbewertung ähnlich sind wie bei Google, gibt es vor allem im Onpage Bereich auch einige Unterschiede, die es bei der Optimierung zu beachten gilt.

  • Bing legt bei der Bewertung von Backlinks vermehrt den Fokus auf die Anzahl der Links, während Google die Qualität der einzelnen Links höher bewertet. Bing bevorzugt zudem ältere Links, da diesen eine höhere Kredibilität zugeordnet wird.
  • Die Suchmaschine von Microsoft begünstigt in den Suchergebnissen Domains, die exakt mit dem gesuchten Keyword übereinstimmen. Das Gleiche gilt für H1 und H2 Titel auf der Homepage.
  • Was die Dichte von Keywords angeht, ist Bing nicht ganz so empfindlich wie Google. Letztere Suchmaschine registriert eine hohe Keyworddichte deutlich schneller als Spam und straft die jeweilige Seite ab. Das gleiche kann bei Bing auch passieren, weshalb es sich trotzdem empfiehlt, die Keyworddichte so natürlich wie möglich zu halten.
  • Laut Microsoft bezieht Bing auch Bewertungen in Sozialen Netzwerken in die Webseitenbewertung mit ein. Auch hier gilt, dass man mit fragwürdigen Social-Media Kampagnen eher vorsichtig sein sollte.

SEA mit Bing

BingAds ist das Äquivalent zu Google AdWords, es verbindet Bing, Yahoo und weitere Partnerseiten in einem Werbenetzwerk. Trotz umsatzträchtiger Märkte können bei BingAds deutlich geringere Klickpreise erzielt werden, dies ist der Konkurrenzsituation geschuldet. Die Reichweite ist quantitativ offensichtlich geringer als mit Google Adwords, die Qualität des Publikums jedoch mindestens genauso vielversprechend.
Die technische Funktionsweise sowie auch die Möglichkeiten zur Anzeigenerweiterung funktionieren sehr ähnlich wie bei Google AdWords.

Kritik

Um sich auf dem chinesischen Markt eine bessere Ausgangslage zu verschaffen, beugte sich Microsoft der chinesischen Regierung und ergab sich einer Zensur. Dies sorgte für weltweite Kritik, da Wettbewerber Google aufgrund dieser Zensur auf dem chinesischen Markt gesperrt wurde und Bing diese politische Situation nutzte, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
Im Jahr 2011 wurden einige auffällige Gemeinsamkeiten zwischen den Suchergebnissen von Bing und denen von Google festgestellt. Aufgrund der hohen Komplexität und der Geheimhaltung des Algorithmus wurden damals Anschuldigungen laut, dass Bing die Suchergebnisse von Google lediglich kopiert habe.

Quellen

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