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Browser

Bei einem Browser handelt es sich um ein Computerprogramm zur Darstellung von Internetseiten im World Wide Web. Mit Hilfe des Browsers (auch Web-Browser genannt) können User das Internet navigieren und durchsuchen, aber auch lokale Dokumente und Dateien öffnen. Zu den bekanntesten Browsern gehören Google Chrome, Internet Explorer, Mozilla Firefox, Opera, Safari und Microsoft Edge. Diese gibt es sowohl als Desktop-Anwendung, als auch als App für das Smartphone oder Tablet.

Allgemeine Informationen

Der Begriff “Browser” stammt aus dem englischen Verb “to browse”, was als “durchsuchen” übersetzt werden kann. Der Browser ist also ein grundlegendes Tool und zugleich Benutzeroberfläche zum Durchstöbern des Internets.

In aller Regel sind Browser schon vor dem Kauf eines Computersystems installiert, da sie zu den grundlegenden Funktionen gehören. Auch im mobilen Bereich sind die Geräte immer mit einem Browser ausgestattet, welche nicht ohne weiteres deinstalliert werden. Die Browser-App gehört nämlich zu den Systemapps, welche sich nur durch das Rooten eines Geräts vollständig entfernen lassen.

Allgemeines Funktionsprinzip

Aus technischer Sichtweise ist der Browser ein Client-Programm, mit dem Nutzer mittels HTTP- und HTTPS-Protokollen Anfragen an einen Web-Server schicken. Zusammengefasst lässt sich die allgemeine Funktionsweise eines Browsers in folgende zwei Schritte aufteilen:

  1. Fetching: Ruft der Nutzer eine Webseite (URL) auf, dann nutzt er dafür den Browser, welche einen Request an den Server sendet, auf der sich die Seite befindet. Der Server antwortet dem Client-Request, indem er die angeforderten Dateien und Dokumente (HTML, CSS, Javascript u.vm.) an den Browser vermittelt.
  2. Rendering: Der Browser interpretiert die empfangene Ressource, sofern sie vorhanden ist, und zeigt sie dem Nutzer korrekt an. Dieser Vorgang wird auch als “Rendering” bezeichnet.

Bestandteile und Struktur eines Browsers

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  • Das User Interface bezeichnet die Benutzeroberfläche des Browsers. Darunter fallen unter anderem: Die Adresszeile, die Vor- und Zurück-Taste und die Lesezeichenleiste. Das bedeutet, dass alle Funktionen außerhalb des Hauptfensters zum UI gehören.
  • Das Browser Modul ermöglicht das Rendering einer Webseite. Er stellt die Schnittstelle zwischen Rendering Modul und Benutzeroberfläche dar.
  • Das Rendering Modul interpretiert die Inhalte einer angefragten Ressource. So werden zum Beispiel HTML und CSS Dateien geparst und richtig angezeigt.
  • Beim Netzwerk werden alle Netzwerkfunktionen ausgeführt, wie zum Beispiel, über welche Art von Übertragungsprotokoll kommuniziert wird. Gängige Arten sind HTTP, HTTPS und FTP.
  • Der Javascript Interpreter wird zum Parsen von Javascripts verwendet.
  • Im Display Backend werden grundlegende Komponenten des User Interfaces bereitgestellt. Darunter fallen zum Beispiel die Menüleiste des Fensters, Schriftart und andere Widgets.
  • Im Datenspeicher werden Daten im Browser Cache gespeichert, um die Ladezeit beim Neuladen einer Webseite zu reduzieren.

HTML-Rendering

Das Rendern von HTML-Dokumenten gehört zu den Kernaufgaben jedes Browsers. HTML-Dokumente basieren auf einer hierarchischen Struktur, welche mit dem <html> Element anfangen. Darauf folgen <head> und <body>. Anhand dieser Struktur wird ein HTML-Dokument zu einem DOM-Baum (in diesem Kontext auch Render-Baum genannt) geparst. Der Render erstellt also aus dem HTML-Code einen logischen Aufbau und Ableitungen. Dazu gehören auch CSS-Attribute, die im Quellcode implementiert sind. Bis zu diesem Punkt unterscheidet sich nicht, wie eine Webressource von Browser oder Crawler eingelesen wird.

Das Render Modul im Browser geht noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sobald der Parser alle Daten eingesammelt hat, durchläuft das Rendering Modul das Dokument noch einmal, um zu bestimmen, welches Element an welcher Stelle innerhalb des Bildschirms angezeigt werden soll. Er fängt oben links im Hauptfenster an und arbeitet sich bis unten rechts durch und gibt neben den reinen Textdaten auch die Gestaltung aus. Dieser Prozess läuft innerhalb von Bruchteilen von Sekunden ab, ohne dass der Nutzer etwas davon mitbekommt.

Browser Typen

Textbasierte Browser

Bei textbasierten Browsern werden Webseiten aus der Sicht eines Computerprogramms dargestellt. Die Crawler von Suchmaschinen nutzen diese Art von Browser, um Web-Ressourcen zu parsen und in ihren Index einzufügen. Die textbasierten Browser werden auch als Headless Browser bezeichnet, da sie im Prinzip keine Benutzeroberfläche haben. Sie werden zum Beispiel genutzt, um Webseiten zu testen und zu sehen, wie diese aus der Sicht von Crawlern aussehen.

Offline Browser

Offline Browser werden genutzt, um lokale Dokumente auch ohne Internet zu öffnen. Viele moderne Browser erlauben es, auch offline mit ihnen zu arbeiten.

Darknet Browser

Das Darknet bzw. Dark Web bezeichnet einen Teil des Internets, welcher nur über Peer-to-Peer Netzwerke erreichbar ist. Neben der Einladung zum Netzwerk brauchen Nutzer aber auch einen speziellen Browser, um auf das Darknet zuzugreifen. Mittlerweile gibt es Darknet Browser sogar für mobile Endgeräte als App.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Der Browser kann als Tor zum World Wide Web verstanden werden. Leider werden Webseiten nicht von jedem Browser gleich behandelt. Das liegt vor allem daran, dass die Browser die W3C Richtlinien nur zu einem gewissen Prozentsatz erfüllen – und jeder Browser zu seinem individuellen Teil. Daher ist die Kompatibilität mit allen Browsern enorm wichtig für die Suchmaschinenoptimierung. Unabhängig von Browser und Endgerät sollten Webseiten von Nutzern immer gleich gut erreicht, navigiert und geladen werden. Deswegen ist ein Kernpunkt der On-Page Optimierung die Funktionalität der Webseite über Chrome, Firefox und Co. hinweg.

Da es mittlerweile unzählige Browser gibt, ist es fast unmöglich geworden, eine komplexe Webseite für alle existierenden Browser zu optimieren. Daher orientieren sich Webmaster häufig an den gängigsten Browsern. In Deutschland sind das Google Chrome (58,9%), Mozilla Firefox (13,29%), Internet Explorer (13%) und Edge (3,78%). Auch im mobilen Bereich dominiert Google Chrome mit 58.60%, gefolgt von Safari mit 28.33%. [Stand: Januar 2018]

Quellen

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