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Dark Web

Unter dem Begriff Dark Web (zu Deutsch: Dunkles Netz) wird eine Ansammlung von Webseiten inmitten mehrerer verschlüsselter Netzwerke im World Wide Web verstanden. Das Dark Web baut dabei auf vielen Overlay-Netzwerken (Überlagerungsnetzwerken) und dem Darknet auf. Aufgrund der Overlay-Netzwerke und dezentraler Server ist das Dark Web komplett vom öffentlichen Internet abgeschottet.

Funktionsweise

Die Overlay-Netzwerke beschreiben einen Netzwerk-Typ, der in der Regel für Peer-to-Peer Verbindungen zum privaten Datenaustausch im Internet verwendet wird. Nutzer müssen hier manuell die Verbindung zum Web herstellen. Dies ist nur möglich, wenn diese in das entsprechende Netzwerk eingeladen werden, oder wissen, wo genau sie zu suchen haben, um die passende URL einzugeben. Auch wird verlangt, dass dabei dasselbe Verschlüsselungsprogramm verwendet wird.

Ein anderer, häufig vorkommender Netzwerk-Typ im Dark Web sind Privacy-Netzwerke. Im Kern sind sowohl Overlay-, als auch Privacy-Netzwerke, Computernetzwerke, die über virtuelle oder physikalische Verbindungen (Knoten) auf einem schon bestehenden Netzwerk aufbauen.

Unterschiede zum Deep Web

Deep-web-Visible-web-dark-web
Unterschied von Visible-, Deep- und Dark Web

Fälschlicherweise wird das Dark Web oftmals mit dem Deep Web gleichgesetzt, wobei das Dark Web nur einen kleinen Teil der nicht-indizierbaren Webseiten im Deep Web ausmacht. Das reguläre Web wird in diesem Zusammenhang, aufgrund seiner Zugänglichkeit als Clear bzw. Visible Web bezeichnet. Gemessen an den 90% des World Wide Webs, die durch das Deep Web besetzt werden, macht das Dark Web im Vergleich nur etwas weniger als 0,1% aus. Zusammengefasst wird das Dark Web dabei von einigen wenigen 10.000 verschlüsselten Webseiten. Im Gegensatz dazu ist das Deep Web sehr wohl über öffentliche Internetzugänge erreichbar. Jedoch lassen sich die sogenannten hidden (versteckten) Websites, aufgrund fehlender Indexierung nicht über die bekannten Suchmaschinen finden.

Zugang zum Dark Web

Um Zugang zum Dark Web zu erhalten muss lediglich eines der verschiedenen Verschlüsselungsprogramme (Tor, Freenet, I2P) herunterladen werden, dass im Dark Web Verwendung findet. The Onion Router, kurz Tor, ist dabei die wohl am häufigsten gewählte Variante. Verstanden als Privacy-Netzwerk und Webbrowser lässt sich Tor ganz leicht und kostenfrei herunterladen. Nach dem Download verbindet sich der Tor-Browser mit dem Netzwerk, über das auch das Dark Web läuft. Dieser Vorgang dauert in der Regel einige Zeit, da die Verbindung über verschiedene Knoten im Netzwerk laufen, um einen sicheren und anonymen Zugang zum Dark Web zu gewährleisten. Der Weg, den die Information dabei zur Ver- und Entschlüsselung zurücklegt, lässt sich grafisch als Zwiebel darstellen, weshalb diese Methode auch als Onion Routing beschrieben wird. Die Benutzung des Onion Routers verhält sich dabei ähnlich dem Umgang mit bekannten Suchbrowsern im Internet wie Google Chrome, Microsoft Edge und Firefox. Das Sicherheitsniveau während der Anwendung lässt sich auch anpassen. Ein höheres Sicherheitslevel führt jedoch zu längeren Ladezeiten der Webseiten. Zudem kann es vorkommen, dass Seitenelemente nicht geladen werden können, oder gar nicht erst erscheinen. Alternativ zum Onion Router, können Benutzer auch auf das Verschlüsselungsprogramm I2P (Invisible Internet Project) oder Freenet zurückgreifen.

Zweck des Dark Webs

Weitestgehend für seine kriminellen Aktivitäten bekannt, wurde der Begriff Dark Web ursprünglich in den 1970er Jahren geprägt. Damals zur sicheren Datenübertragung von der US-Regierung genutzt, um innerhalb isolierter Netzwerke zu agieren, finden heute jedoch vermehrt illegale Geschäfte ihren Weg ins Dark Web. Kriminelle Organisationen, Hackergruppen und Pädophile nutzen die Anonymität des Dark Webs, um Bilder, Informationen und verbotene Gegenstände, wie Waffen und Munition, oder Drogen auszutauschen.

Allgemein kann das Dark Web aber auch für normale Zwecke genutzt werden. Die Tor-gestützten Websites verhindern jegliche Zensur und Überwachung, wodurch sich auch Journalisten und sogenannte Whistleblower (Informanten) im Dark Web antreffen lassen. Bekannt geworden durch den Edward Snowden-Skandal, ist das Dark Web auch Ursprung der verschlüsselten Darknet-Seite Wikileaks. Wikileaks ermöglichte die Veröffentlichung von Lecks im Web durch anonyme Quellen und damit das Einsenden vertraulicher Informationen an Nachrichtensender und Agenturen. Der hidden Service ist aktuell offline.

Eine Weiterführung dieses Gedankens ist die Software SecureDrop. Die SecureDrop-Applikation befähigt Quellen über das Tor-Netzwerk zur anonymen Kommunikation mit Medienorganisationen und den Austausch von Dokumenten.

Gesetzliche Regelungen

Neben Meinungsfreiheit und ausbleibender Zensur bieten Darknets aufgrund ihrer Anonymität fast unbegrenzt viele Wege illegale Dienste, pornografische Inhalte, Drogen und Waffen zu erwerben oder zu vertreiben. Hinsichtlich des eigentlichen Surfen in Darknets, lassen sich, ähnlich dem Google Browser, über Suchmaschinen im Tor-Netzwerk hidden Services ausmachen. Anders als im Visible Web, enden die versteckten Websites im Onion-Browser jedoch auf “.onion”. Die drei bekanntesten Suchmaschinen für die Suche im Dark Web sind:

Zu betonen ist jedoch, dass diese Suchmaschinen vorwiegend illegale Webseiten aufsuchen. Nutzer können sich hier also auch ohne den Kauf verbotener Substanzen oder Waffen strafbar machen. Schon das Zwischenspeichern von Thumbnails, während der Ergebnissuche, auf dem Browser-Cache des Computer genügt, falls dieser konfisziert werden sollte, für eine Strafanzeige, wenn versehentlich etwa pornografisches Kindermaterial gespeichert werden sollten. Per se ist das Surfen im Darknet aber nicht illegal.

Hidden Services im Dark Web

Abgesehen von den Suchmaschinen, gibt es eine Vielzahl verschiedener Darknet-Märkte, auf denen illegale Produkte und Dienstleistungen angeboten werden. Der wohl bekannteste Hidden Service, ist die sogenannte Silk Road (Seidenstraße). Als Anlehnung an die Historische Handelsroute aus dem 19. Jahrhundert gedacht, beschreibt die Seidenstraße einen virtueller Schwarzmarkt im Tor-Netzwerk, über den Drogen und Gütern gehandelt wurden. Bezahlt wurde vorwiegend mit der Kryptowährung Bitcoin, um weiterhin die Anonymität der Käufer garantieren zu können. Im Jahr 2013 wurde der (angebliche) Gründer und Betreiber der Seidenstraße verhaftet und der Betrieb eingestellt. Weiterhin werden jedoch aktuelle Schwarzmärkte über das Darknet geführt. Bekannte Hidden Services sind:

  • AlphaBay
  • Dream Market
  • HANSA Market
  • Valhalla

Quellen

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