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Disavow Tool

Mit dem Disavow Tool teilen Webmaster Google mit, dass bestimmte, auf die eigene Webseite zeigende, Links für ungültig erklärt werden sollen. Dadurch sollen diese Links als nicht relevant für die Bewertung durch den Google Algorithmus ausgezeichnet werden. Damit können Webmaster selbst gesetzte schlechte Links entwerten. Außerdem kann es genutzt werden, um Link-Spam Attacken für Google zu kennzeichnen.

Funktionsweise und Nutzung des Disavow-Tools

Das Disavow Tool ist zwar nominell in die Google Search Console integriert. Es ist allerdings nicht direkt über die Search Console aufrufbar. Stattdessen ist es direkt über die URL https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main zu erreichen. Streng genommen handelt es sich dabei lediglich um die Möglichkeit, eine txt-Datei mit  zu entwertenden Links hochzuladen. Aufgepasst: die Liste sollte nicht die tatsächlichen Links enthalten, sondern muss die URLs bzw. Domains, von denen die zu entwertenden Links ausgehen, beinhalten.

Aufbau der Disavow-Datei

Bei der Disavow-Datei handelt es sich um eine .txt Datei. Diese muss im UTF-8 Format codiert werden, um Interpretationsproblemen vorzubeugen. Die Text Datei kann Domains, genaue URLs sowie Kommentare enthalten. Die URLs in der Disavow-Datei bezeichnen die URLs, die die Links enthalten, die Sie entwerten möchten. Diese Links selbst werden aber nicht in der Datei genannt – Google ignoriert zukünftig alle Links, die von den in der Disavow-Liste genannten URLs und Domains ausgehen.

Die Datei darf einen Eintrag pro Zeile aufweisen. URLs mit zu entwertenden Links werden direkt in die die Zeilen geschrieben, zu entwertende Domains werden nach dem Muster domain:spam-links.com eingetragen und Kommentaren wird eine Raute „#“ vorangestellt. Kommentare sind nur für die eigene Nutzung vorgesehen, diese sind für Google nicht notwendig bzw. werden ignoriert.

Beispielhafte Gestaltung einer Disavow-Datei

https://www.schlechte-links.to/schlechteste-links.html
domain:beispiel-fuer-schlechte-domain.net
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Verarbeitung durch Google

Google verarbeitet die Liste automatisiert. Es gibt aber keine Garantie, dass Google die Links auch tatsächlich entwertet. In der Regel dauert es ca. 2 – 12 Wochen, bis Änderungen im Ranking spürbar sind. Dies ist aber natürlich nur der Fall, wenn die Links vorher auch tatsächlich für eine Absenkung der Rankings verantwortlich waren.

Wird eine neue Disavow-Liste hochgeladen, so wird die alte Liste überschrieben. In diesem Fall werden die entwerteten URLs zukünftig wieder gewertet. Da dies in der Regel nicht erwünscht ist, müssen auch die alten entwerteten links jedes Mal erneut mit hochgeladen werden, die Disavow-Liste muss also fortlaufend geführt werden.

Welche Links sollten entwertet werden und welche Risiken gibt es?

Hier muss immer im Einzelfall entschieden werden. Links von Seiten, die offensichtlich sehr viele verschiedene Spam Links enthalten, sollten auf jeden Fall entwertet werden. Auch hier helfen Tools, um das Umfeld und Spam Risiko einer URL bzw. Domain zu bewerten. Nofollow-Links müssen grundsätzlich nicht entfernt werden, da Google diese für Rankiningberechnungen ignoriert.

Grundsätzlich empfiehlt es sich bei Verdacht auf viele eingehende schlechte Links, einen SEO mit einem Link-Audit zu beauftragen. Es besteht auch immer das Risiko, dass gute Links entwertet werden. In diesem Fall verliert eine Seite in den Rankings anstatt zu gewinnen.

Grund für Einführung des Disavow-Tools

Historisch betrachtet ist Google eine Suchmaschine, die sehr stark auf Links zur Bewertung von Websites setzt. Stark vereinfacht gesagt sind Links dabei als Empfehlung für die Qualität einer Website zu betrachten. Auch zur thematischen Relevanz einer Website, beispielsweise über die Art der verlinkenden Seiten und den Ankertext der Links, wurden und werden Links von Google und anderen Suchmaschinen genutzt.

Dieser Umstand wurde von Webmastern und Suchmaschinenoptimieren dazu missbraucht, um mit künstlich angelegten Links Google über die Popularität, Inhalte und Qualität einer Website zu täuschen. In der Folge wurden von Google Gegenmaßnahmen entwickelt, um diesen Maßnahmen entgegen zu wirken. Dazu gehören neben manuellen Abstrafungen die sogenannten Peguin-Updates. Diese beinhalten, dass sich künstlich angelegte Links oder Links aus Spam verdächtigen Umgebungen negativ auf das Ranking einer Website auswirken können. Dieser Prozess findet automatisiert statt. Dadurch sollten zum einen die Suchergebnisse von Google bereinigt werden, zum anderen sollten Webmaster davon abgehalten werden, zukünftig mit künstlichen Link Google zu täuschen.

Google möchte nun Webmastern die Möglichkeit geben, diese negativen Maßnahmen wieder rückgängig zu machen. Die erste Empfehlung nach Google ist es, Links manuell abzubauen und entfernen zu lassen. Allerdings ist dies in vielen Fällen nicht möglich. Betreiber von anderen Webseiten reagieren auf solche Anfragen häufig nicht oder sie sind gar nicht zu erreichen. Gerade bei schlechten Domains, von denen die Spam Links stammen, ist dies häufig der Fall. Als Alternative zur tatsächlichen Entfernung hat Google daher das Disavow Tool eingeführt. So wird Webseitenbetreibern ermöglicht, schlechte Links zu entwerten auch wenn diese keinen Zugriff auf die Quellen dieser Links (mehr) hat.

Negative SEO, Spam-Links und das Disavow Tool

Durch die Maßnahmen zur Abstrafung von Domains mit schlechten Links durch Google entwickelte eine neue Unterart des SEO. Durch sogenanntes „Negative SEO“ sollen die Rankings von anderen Domains bewußt geschädigt werden. Ein Black Hat SEO generiert dabei bewusst schlechte Links, die auf die Webseite eines Wettbewerbers zeigen. Für Google sieht dies zunächst so aus, als ob der betroffene Webseitenbetreiber bewusst Links aufgebaut hat. In der Folge wertet Google eventuell die Webseite ab.

Mit dem Disavow-Tool hat der Webseitenbetreiber ein Mittel zur Hand, um solche schlechten eingehenden Links, die von Wettbewerbern bewusst gelegt werden selbst schnell zu entfernen.

Eine weitere Quelle von schlechten Links kann automatisierter Spam sein. Hacker nutzen Sicherheitslücken in Content-Management-Systemen um automatisiert Links zu setzen. Auch diese können von Google als bewusster Link-Aufbau eingestuft werden und sich so negativ auf die Rankings auswirken. Auch hier hilft das Disavow-Tool, diese Links zu entwerten.

In beiden Fällen ist die Herausforderung für Webseiteninhaber, diese schlechten Links möglichst schnell zu entdecken. Dies ist eingeschränkt mit der Search Console möglich oder es wird ein Link-Screening mittels externer Tools wie den Linkresearchtools aufgesetzt.

Empfehlungen von Google

Tatsächlich hat Google die Algorithmen zur Bewertung und „Bestrafung“ von Linkaufbau entgegen der eigenen Richtlinien inzwischen vielfach angepasst. Seit einem größeren Peguin Update im Herbst 2016 wirken sich eingehende Links verstärkt auf die jeweilige Unterseite aus – Effekte auf Domain Ebene sind deutlich schwächer geworden. Dadurch sind auch Abstrafungen in der Regel weniger schlimm. Außerdem ist Google teilweise dazu über gegangen, schlechte Links bzw. Spam-Links einfach zu ignorieren und nicht mehr abzustrafen.

Allerdings empfiehlt Gary Illyes von Google Anfang 2017, das es Sinn mache schlechte Links abzuwerten. Als Begründung sagte er, dass auch Googles Algorithmen nicht perfekt seien. In einem späteren Tweet erklärte er sinngemäß, dass es wichtigere Aktivitäten zur Verbesserungen der eigenen Webseite gäbe.

 

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