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DuckDuckGo

DuckDuckGo ist eine Suchmaschine mit Sitz in den USA, die sich den Datenschutz der User auf die Fahne geschrieben hat. Vor allem aufgrund des Überwachungs-Skandals rund um die NSA gewann das Unternehmen stark an Popularität. Wie der Werbeslogan “DuckDuckGo doesn’t track you” vermuten lässt, speichert DuckDuckGo – ähnlich wie das europäische Pendant Qwant – keine IP Adressen oder andere Nutzerdaten. Die Diskussion um den Datenschutz ist nicht abgerissen und so verzeichnet DuckDuckGo weiterhin steigende Nutzerzahlen auf der ganzen Welt.

Stetiges Wachstum

Gründer Gabriel Weinberg setzte die erste Version der Suchmaschine im Jahr 2008 auf, schon damals war ein anonymisiertes Sucherlebnis der Leitgedanke des Projekts.
Seitdem DuckDuckGo im Jahr 2011 auf dem Radar vieler Nutzer erschienen ist, steigen die täglichen Suchanfragen kontinuierlich an. Im November 2017 verzeichnet die Suchmaschine laut eigener Angaben mehr als 15 Millionen Suchanfragen täglich. Im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor noch circa 10 Millionen. Die Besucherzahl hat sich also in diesem verhältnismäßig kurzen Zeitraum um 50% erhöht.

DuckDuckGoSuche

Volumen der täglichen Suchanfragen via DuckDuckGo

Aufbau und Funktionen

DuckDuckGo (DDG) ist als App für alle gängigen Betriebssysteme und Internet Browser verfügbar. Die Suchmaske in der Desktop Ansicht bietet einen gewohnten Anblick für Suchmaschinennutzer. Im Zentrum der Seite findet sich das Eingabefeld auf schlichtem weißen Hintergrund. Gekennzeichnet wird das Ganze durch die Ente (engl. Duck) mit grüner Fliege, dem Logo des Unternehmens.
Eine Besonderheit gegenüber vielen Wettbewerbern ist, dass man auf der Startseite noch weiter nach unten scrollen kann. In dieser erweiterten Startseite findet der Nutzer weiterführende Informationen zum großen Herausstellungsmerkmal Datenschutz. Neben dem “Menü-Button” findet sich zudem ein Button, der direkt auf die Twitter Seite von DuckDuckGo führt.

DuckDuckGo

Screenshot der DuckDuckGo Suchmaske

Ähnlich wie Marktführer Google und andere Suchmaschinenanbieter setzt DuckDuckGo auf die sogenannte One-Click-Box. In dieser Box werden bei einer Suchanfrage direkt passende Informationen dargestellt ohne dass der Nutzer auf einen Link klicken muss. Typischerweise finden sich in diesere Box autobiografische oder Standort-Informationen bei einer Personen- oder Ortsuche.

Das Layout in DDG kann durch den Nutzer frei nach seinem Belieben angepasst werden. Neben der optischen Gestaltung, kann der Besucher auch über Datenschutz-Belange frei entscheiden. Um die eigene Suche zu vereinfachen, kann manuell eine Region ausgewählt werden. Standardmäßig ist für jeden Besucher die U.S.-amerikanische Version voreingestellt.
Neben Investorengeldern finanziert sich DuckDuckGo über Werbeeinnahmen. Wenn es für die Suche von Relevanz zu sein scheint, wird über den Suchergebnissen eine Leiste mit Amazon-Angeboten angezeigt. In der Liste der organischen Suchanzeigen gibt es zudem bezahlte Textanzeigen, die sich jedoch per Knopfdruck ausschalten lassen.
Unter der Verwendung des “Bang-Syntax” kann die Suche via DDG zudem spezifiziert werden. So kann beispielsweise mit dem Befehl “!a” lediglich amazon.de nach einem Keyword durchsucht werden. Es gibt eine Menge verschiedener Bang-Befehle, die sich auch selbst programmieren lassen. Diese Funktion macht DuckDuckGo gerade auch für erprobte User beliebt.

Technische Funktionsweise

DuckDuckGo hat sich in den vergangenen Jahren zu der Suchmaschine für Datenschutz entwickelt. Branchenprimus Google richtet neben den Werbeanzeigen auch die Suchergebnisse nach dem vorliegenden Nutzerprofil aus. In DDG erhält jeder Suchende die exakt gleichen Suchergebnisse – egal von wo die Anfrage gestellt wird. Die Suchfragen werden wahlweise über das sogenannte “TOR-Netzwerk” abgewickelt, welches den anonymisierten Datentransfer garantiert. Cookies setzt DuckDuckGo nur so viele wie gerade nötig, um den Suchvorgang reibungslos zu gestalten. Des Weiteren werden Seiten, die zu viel Spam oder Werbung enthalten mit Hilfe eines Algorithmus aus den natürlichen Suchergebnissen herausgefiltert.
Zur Generierung einer eigenen Datenbank verfügt DDG über einen eigenen Crawler, den DuckDuckBot. Dieser Crawler vermag es jedoch nicht alle Seiten für die Suchergebnisse zu generieren. Ein Teil der Suchergebnisse wird auch von den Ergebnissen dritter Webseiten, wie zum Beispiel Bing, Yahoo oder Wikipedia abgedeckt. Technisch gesehen, ist DuckDuckGo somit keine eigenständige Suchmaschine.

Nachteile gegenüber Google & Co.

Google nutzt die detailreichen Nutzerdaten unter anderem, um den Suchprozess sowie die Suchergebnisse für den Nutzer so relevant und komfortabel, wie möglich zu gestalten. DuckDuckGo kann offensichtlich nicht auf derartige Nutzerdaten zurückgreifen. Die Stammdaten zur Nutzung der eigenen Domain sind aufgrund des deutlich geringeren Suchaufkommens zudem schwieriger zu verwerten. Das führt dazu, dass die Genauigkeit und Qualität der Google-Suchergebnisse auch für DuckDuckGo unerreicht bleibt, wenngleich DDG in diesen Belangen stetig aufholt.
Darüber hinaus steht DuckDuckGo der Konkurrenz in Sachen Handhabung und Komfort ein wenig nach. Außer der One-Click-Box bietet DDG keine weiteren integrierten Dienste wie weitere Infoboxen, News oder Karten, die das Sucherlebnis vereinfachen.

SEO mit DuckDuckGo

Für DuckDuckGo finden sich nur schwerlich spezifische Hinweise zu Search engine optimization (SEO). Geschuldet ist dieser Zustand vermutlich der vergleichsweise schwachen Relevanz der Suchmaschine. Sollte die Beliebtheit jedoch weiter steigen, ist es eine Frage der Zeit, bis SEO auch für DuckDuckGo vollständig erschlossen wird. Solange gilt der Grundsatz, dass eine nach Google-Maßstäben optimierte Seite auch in den DuckDuckGo Ergebnislisten gut abschneidet.
Klar ist, dass für ein gutes Ranking die Usability und eine saubere Seitenstruktur im Fokus stehen. Wie auch bei Google werden diese Kennzahlen anhand verschiedener Parameter gemessen. Von Unternehmensseite gibt es in dieser Bewertung einen kleinen Unterschied. DuckDuckGo hat verlauten lassen, dass Backlinks ihren Stellenwert auf die Lange Frist behalten sollen. Im Gegensatz dazu meldet Google seit Jahren, dass die Gewichtung von Backlinks in der Webseitenbewertung gemindert werden soll.

Die wohl wichtigste SEO-Anpassung an DuckDuckGo sind die lokalen Angaben. Da DDG im Zuge des Datenschutzes die Ortung eines Nutzers nur sehr grob schätzt, ist es wahrscheinlich, dass Nutzer bei einer ortsbasierten Suche eine Stadt oder Adresse in die Suche mit eingeben. Für Unternehmen, die lokal aufgefunden werden wollen, empfiehlt es sich also, die eigenen Adressdaten sowie Straßen und Orte in der Umgebung Ihrer Beschreibung hinzufügen.

SEA mit DuckDuckGo

Suchmaschinenwerbung ist Teil des Ertragsmodells von DuckDuckGo. Die Anzeigenschaltung erfolgt über BingAds, das Werbenetzwerk der Suchmaschine Bing.
Die Reichweite von DDG ist offensichtlich nicht vergleichbar mit Google oder auch Bing, es wird auch weiterhin häufiger “Google it” als “Duck it” heißen, das schlägt sich jedoch auch in geringeren Klickpreise nieder. Zudem profitieren Anzeigen auf DuckDuckGo von den Spillover Effekten. Nutzer bringen der Suchmaschine ein hohes Vertrauen entgegen, dies schlägt sich auch auf alle im gleichen Kontext dargestellten Inhalte nieder. Aufgrund der geringen Reichweite, bleibt SEA mit DuckDuckGo aber ledigliche eine kleine Teilstrategie des Online Marketing Mix.

Quellen

Ihr Weg zu mehr Besuchern und Umsatz