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Geotagging

Mit der Funktion des Geotaggings können vor allem Fotos, aber auch andere Inhalte, bestimmten Orten zugeordnet werden, indem sie mit geographischen Koordinaten versehen werden. Synonyme, die häufig für Geotagging verwendet werden, sind: „Georeferenzierung“, „Geokodierung“, „Verortung“ oder „Geo-Imaging“.

Funktionsweise von Geotagging

Beim Geotagging wird GPS-Ortung als Basis genutzt, um Metainformationen von verschiedenen Daten, wie einem Foto, Video und anderem Content, mit ihren GPS-Standorten zu verknüpfen. Dazu benötigt man eine Fotokamera, eine passende Software und ein GPS-Gerät. Viele Fotokameras und mobile Devices identifizieren den Standort der Entstehung von Bildern automatisch, dies ist aber nicht immer der Fall. Wenn die Kamera mit der GPS-Software verknüpft ist, können die Aufnahmen mit Uhrzeit und Datum versehen werden und einem Standort zugewiesen werden. Google Earth und Google Maps haben mit Hilfe von Geotagging, GPS und Satellitenbildern die gesamte Welt abgebildet und kartographiert. Viele Menschen möchten genaue Position und Zeit wissen, an denen ein Foto aufgenommen wurde, wenn sie es sich später wieder ansehen. Sei es um ein Fotoalbum zu erstellen oder einfach, um in Erinnerungen zu schwelgen. Heute wird Geotagging häufig auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram verwendet, um Fotos und Videos mit dem Entstehungsort zu versehen. Ein weiterer Mehrwert entsteht für den User, wenn Geotagging mit klassischen Informationen verbunden wird, z.B. kann bei der Kleidersuche im Internet eine Boutique in der Nähe angezeigt werden. Weiter kann Geotagging in zahlreichen Bereichen wie Katastrophenschutz, Umweltplanung, Raumplanung oder im Verkehrsbereich angewendet werden.  

Formen des Geotaggings

Es kann zwischen folgenden Arten des Geotaggings unterschieden werden:

Separate GPS-Logger:

Diese Geräte zeichnen die Position nach dem Einschalten ständig auf und werden unabhängig von der Kamera betrieben. Zur Synchronisation der Daten wird später eine separate Software am Computer benötigt. Diese Variante des Geotaggings ist kostengünstig, leicht in der Anwendung und schont den Akku der Kamera. Weiter ist diese Lösung für alle Kameramodelle gut geeignet und damit sehr flexibel. Es bestehen Möglichkeiten, wie z.B. die Speicherung von Bildern in Reisetagebüchern oder die Aufzeichnung einer Route auf dem mobilen Endgerät. Ein Nachteil bildet der zusätzliche Arbeitsschritt der Synchronisation der Bilder.

Direkte GPS-Tagger:

Bei dieser Variante des Geotaggings werden die GPS-Daten sofort zu den jeweiligen Fotos aufgezeichnet und gespeichert. Das Gerät wird auf dem Blitzschuh der Kamera montiert. Anders als beim GPS-Logger, ist hier kein weiterer Schritt über eine Software erforderlich, um die Bilder mit ihren Standortdaten zu verknüpfen. Jedoch muss bei dieser Lösung mit hohen Anschaffungskosten, kurzer Akkulaufzeit und Einschränkungen in der Kompabilität mit verschiedenen Kameramodellen gerechnet werden.

Aufgesetzte GPS-Tagger:

Hier ist keine Verbindung von Kamera und Geotagger erforderlich. Auch in diesem Fall wird der Tagger am Blitzschuh der Geräte angebracht. Die Verknüpfung der Fotos und ihren Standorten erfolgt später über eine geeignete Software mit dem PC. Bei dieser kostengünstigen Lösung wird der Akku der Kamera jedoch geschont und die Verknüpfung der Fotos kann mit Ort und Straßennamen eingerichtet werden. Die nötige spätere Synchronisation kostet jedoch wiederum Zeit.

Kamerainternes Geotagging:

Auch hier wird der Standort direkt zu dem jeweiligen Foto gespeichert. Diese Form wird am häufigsten in mobilen Endgeräten verwendet, es gibt jedoch auch Fotokameras, die ein integriertes GPS-Gerät haben. Die Variante hat ebenfalls mit den Vorteil, dass keine nachträgliche Bildbearbeitung nötig ist und die Bilder direkt auf den PC übertragen werden können. Weiter können mobile Endgeräte auch mit entsprechenden Geotagging-Apps den Entstehungsort von dem Foto ermitteln, wenn kein GPS integriert ist.

Geotagging im Online Marketing

Für das lokalisierte Marketing bietet die Funktion des Geotaggings einige Vorteile. Praktisch jedes Unternehmen, das einen stationären Handel mit gültigen Standort-Koordinaten hat, kann sich Geotagging zunutze machen und in einer geotagged Suchmaschine auffindbar sein. So können lokalisierte Gewinnspiele, Rabattsysteme, Bewertungssysteme, Serviceangebote usw. mittels GPS-Standort kommuniziert werden. Es gibt mittlerweile Dienste wie plazes.com, die Geotagging zu einer Art “Beziehungsradar” machen. Sie zeigen Usern, die aktuellen Standpunkte von Freunden, ihre Lieblingsorte, ihre Urlaubsfotos usw. an. Ein Schritt weiter geht der Dienst akiaki.de. Er verbindet Realität mit Virtualität und zeigt dem User Fotos, gemeinsame Freunde und Interessen von Leuten an, die gerade in der Nähe sind. Auch Sicht des SEO-Marketings ist das Geotagging besonders für regional tätige Dienstleister, Handwerksbetriebe und Einzelhändler von Bedeutung, da sie von der Anzeige ihres Standortes im Internet profitieren. So erscheint ein Friseur, der mit Geotags versehen wurde, in den Suchergebnissen ganz oben, obwohl seine Webseite nicht gänzlich passend optimiert ist.

Kritik

Wie viele digitale Funktionen hat auch das Geotagging Nachteile im Bereich des Datenschutzes. Der Verlust der Privatsphäre und die Erstellung von Bewegungsprofilen auf Basis der Koordinaten sind die zwei größten Probleme, die Datenschützer auf diesem Gebiet sehen. Es muss Usern möglich sein, den Grad der Offenlegung ihrer Daten und Bilder sowie die Nutzung durch Dritte, kontrollieren und einschränken zu können.

Quelle

http://glossar.xeit.ch/geotagging

http://gps-camera.eu/wissen/Was-ist-Geotagging-Welche-Moeglichkeiten-gibt-es

https://de.onpage.org/wiki/Geotagging

https://www.ffpr.de/2010/03/10/geotagging-reale-virtualitat-fur-marketing-pr/

 

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