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Google Books

Google Books ist eine Erweiterung der Suchmaschine Google, mit der man digitalisierte Bücher und Zeitungen suchen kann. Google Books wurde Anfang 2000er von Google ins Leben gerufen. Das Ziel des Projekts ist es, so viele Papierbücher wie möglich zu digitalisieren und sie für die Google-Suche zur Verfügung zu stellen.

google books
Die Suchleiste von Google Books

Geschichte

Die Entwicklung von Google Books begann 2002 unter dem Entwicklungstitel “Project Ocean”. Ende 2004 erschienen die ersten Treffer mit Auszügen aus den gescannten Bücher bei den englischen Google Suchergebnissen. Im Jahr 2005 wurde Benutzeroberflächen für Google Books in weiteren Sprachen, unter anderem auch auf Deutsch entwickelt und vorgestellt. Später entschied sich Google, nicht nur Bücher, sondern auch Zeitungen zu digitalisieren. Genau wie Bücher sollten auch diese mit Bildern und Schlagzeichen durchsuchbar gemacht werden.

Digitalisierung der Bücher

Google beschafft sich Bücher auf zwei verschiedenen Wegen: aus der Zusammenarbeit mit Verlagen und aus der Kooperation mit Bibliotheken in den USA und Europa. In vollem Umfang werden nur urheberrechtsfreie Bücher online gestellt. Die geschützten Werke werden nur als Leseprobe veröffentlicht.
Damit Bücher in Google SERPs erscheinen, müssen sie durchsuchbar sein. Dies wird mithilfe von Texterkennungssoftware gewährleistet.

Zusammenarbeit mit Verlagen

Die Verlagen, mit denen Google zusammenarbeitet, senden Bücher per Post oder als PDF-Datei an Google. Diese Bücher werden dann eingescannt und veröffentlicht. Die Autoren dürfen dabei selbst entscheiden, wie viele Seiten als kostenlose Vorschau durchgeblättert werden dürfen. Die Zusammenarbeit mit Google stellt für die Verlage ein kostenloses Marketinginstrument dar. Nach der Vorschau stehen Nutzern Kaufoptionen zur Verfügung.
Google ermöglicht es, zusätzlich zur kostenlosen Vorschau einen Link auf den eigenen Shop zu setzen. Alternativ können die Bücher im Google Play Store gekauft werden.

Kooperation mit Bibliotheken

Google arbeitet mit vielen Bibliotheken in den USA zusammen. In Europa hat Google unter anderem Kooperationen mit Bibliotheken in Deutschland, Österreich und Frankreich. Die Bestände der Bibliotheken werden komplett oder teilweise gescannt und online gestellt.

Urheberrecht

Im Rahmen der Kooperation mit Verlagen und Bibliotheken stellt Google auch urheberrechtlich geschützte Bücher zur Verfügung. Viele Autoren haben bereits Klagen mit unterschiedlichem Erfolg gegen Google eingereicht. Im Jahr 2013 hat ein US-Gericht entschieden, dass die Digitalisierung von Bücher und Zeitungen der Allgemeinheit diene, dem “FairUse” Prinzip entspricht und somit rechtens sei. Dieser Urteil gilt für die EU nicht, weil Google hier den EU- Gesetzen unterliegt.

Vorteile

Die Vorteile von Google Books liegen auf der Hand. Mit diesem Service haben Nutzer Zugriff auf Bücher, die in einer anderen Stadt oder sogar auf einem anderen Kontinent liegen. Die Bücher können durchgesucht werden, was die Suche nach bestimmten Textstellen in Büchern deutlich erleichtert.
Google Books verfügt über eine separate App für Android und iOS, was das Lesen von Millionen von Werken auch auf mobilen Geräten ermöglicht.

Kritik

Auch wenn Google Books viele Vorteile mit sich bringt, wird das Projekt zum Teil auch stark kritisiert . Folgende Punkte stehen dabei in der Kritik:

  • Probleme bei der Texterkennung
    Eines der wichtigsten Merkmale von Google Books ist gleichzeitig auch eines seiner größten Probleme. So bemängelt “Der Spiegel” im Jahr 2007 die Qualität der Texterkennung, sowie die Qualität von gescannten Seiten. Diese Mängel haben negative Auswirkungen auf die Qualität der Darstellung. So treten Problemen, z. B. mit fehlendem Text, Fingerabdrücken von Mitarbeitern auf den digitalisierten Seiten oder auch falsch erkannte Textstellen, wie ein falsch erkannter Name des Autors, auf.
  • Mangelnde Kopierschutz
    Außerdem wird kritisiert, dass Google sich nicht ausreichend darum bemüht, den Kopierschutz der Bücher zu gewährleisten. So lassen sich angeschaute Seiten aus dem Browser Cache auslesen und abspeichern.
  • Probleme bei der Suche
    Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Google Bücher nicht nach Fachkategorien sortiert, sondern davon ausgeht, dass die Erfassung aller Wörter im Buch ausreichend ist, um die Suche effektiv zu gestalten. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass zum Beispiel ein Wort mehrere Bedeutungen haben kann. Ein “Bank” kann sowohl ein Geldinstitut sein, als auch eine Sitzbank im Garten.

Quellen

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