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Google Pay

Google Pay (ehem. Google Wallet/ Android Pay) ist ein von Google LLC. entwickelter Online-Dienst, welcher 2015 erstmals als Android Pay auf den Markt kam. Bei der Anwendung handelt es sich um ein Mobile-Payment-Zahlungssystem, das zugleich als mobile Bank oder auch E-Geld Institut fungiert. Die Zahlungsmethode Gpay ermöglicht den digitalen Geldtransfer über Android-Smartphones, iPhone und iPad oder Computer in sämtlichen Einsatzgebieten. Zweck des Dienstes ist es, den Nutzern eine schnelle, einfache und sichere Zahlungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen, wodurch die Notwendigkeit einer handfesten Geldbörse entfällt.

Geschichte und Entwicklung von Google Pay

Am 19. September 2011 kam erstmals Google Wallet, der Nachfolger von Google Checkout, mit dem Samsung Nexus S auf den Markt. Google Checkout wurde dabei seit 2013 durch Google Wallet ersetzt. Dieser bot die Funktion an, mit dem Mobiltelefon im stationären Handel zu bezahlen, allerdings musste vorher eine PIN eingegeben werden und das Smartphone einen Near-Field-Communication-Chip besitzen.

Am 10. September 2015 startete Android Pay offiziell seinen Dienst, zunächst aber nur in den Vereinigten Staaten.

Seit dem 8. Januar 2018 sind Google Wallet und Android Pay zu einem einzigen Bezahlsystem geworden und bilden damit den Payment-Dienst “Google Pay”.

Allgemeine Funktionsweise

Die Einrichtung eines Google Pay-Profils erfolgt einfach und schnell:

Über den Computer

  • Anmeldung bei pay.google.com
  • Hinzufügen einer Zahlungsmethoden (wenn nicht bereits hinterlegt)

Über die App

  • App im Google Play Store herunterladen und installieren
  • App auf dem Smartphone öffnen & Zahlungsinformationen hinzufügen (wenn nicht bereits hinterlegt)

Wenn bereits Zahlungen für Google Produkte bzw. -Dienste getätigt wurden, sind Zahlungsinformationen schon vom Nutzer im Google Account hinterlegt worden. Diese sind unter “Zahlungen & Abos” abrufbar und werden vom Google Pay-Profil übernommen, sofern keine Änderungen vom Nutzer vorgenommen wurden. Gpay bietet sich also neben dem normalen Einkauf über das Google Konto als weitere Bezahloption an (Funktionen werden im weiteren Verlauf geschildert). Unter “Aktivitäten” sind im Google Pay-Profil alle abgeschlossenen Kaufabwicklungen des Nutzers aufgelistet.

Mit dem Google Pay-Dienst werden folgende Einsatzmöglichkeiten zugelassen: bezahlen mit dem Smartphone in Geschäften oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apps und auf Websites, Geld senden oder empfangen (über Google Pay Send, nur in Großbritannien und den USA verfügbar) und Google-Produkte bezahlen. Darüber hinaus bietet Gpay das Speichern von Kunden- und Geschenkkarten an.

Der Bezahlvorgang mit Google Pay gleicht in der Funktion dem Bezahlen über eine Kreditkarte mit kontaktloser Zahlfunktion. Das kontaktlose Zahlen funktioniert in allen Geschäften, die die NFC-Kartenzahlung unterstützen, darunter Supermarktketten wie Aldi, Lidl oder Kaufland aber auch große Handelsketten wie Media Markt, Adidas oder McDonald’s.

Hinweis für die Möglichkeit einer Bezahlung mit Gpay geben diese Symbole:

Google Pay Kassen-Symbole
Google Pay Kassen-Symbole

Möchte der Kunde an der Kasse mit der Bezahlmethode Gpay einkaufen, muss zunächst nur um Kartenzahlung gebeten werden, das Android-Smartphone entsperrt werden und mit der Rückseite möglichst nah an das Karten-Lesegerät gehalten werden. Anschließend werden die Beträge einfach nur vom Kundenkonto der jeweiligen Bank wie bei jedem üblichen Bezahlvorgang abgebucht.
Alternativ kann auch per Google-Wear-Smartwatch bezahlt werden, allerdings sind Sofortzahlungen nur bei Beträgen unter 25€ möglich. Alle Beträge darüber müssen per PIN-Eingabe der jeweiligen Kreditkarte oder Fingerabdrucksensor bestätigt werden, damit die Transaktion freigegeben werden kann.

Da das Handy für die Zahlung nur entsperrt sein muss und ein manueller Start der App selbst nicht nötig ist, zieht sich hieraus der Vorteil, dass Verzögerungen an der Kasse verhindert werden, was z.B. bei der Nutzung der Boon-App zutrifft. Boon ist gleichermaßen eine Bezahl-App wie Google Pay und dessen Konkurrenz-App Apple Pay, welche kontaktloses Bezahlen anbietet. Die Boon-App wurde vom Unternehmen Wirecard im Jahr 2015 für den Markt verfügbar gemacht, die Bezahlfunktion jedoch wird immer mehr durch Anbieter wie Google und Apple ersetzt.

Voraussetzung für die Zahlung über Google Pay via Smartphone ist zum einen, dass das Smartphone über das Betriebssystem Android läuft und mindestens Android 5.0 besitzt. Zum anderen muss die Google Pay-App installiert sein und eine passende Kreditkarte als Zahlungsmethode hinterlegt werden.

Für den Fall, dass der Nutzer mehrere Kreditkarten (z.B. mehr als eine Visa-Karte) hinterlegt hat, können einzelne Karten mit Bezeichnungen versehen werden, welche dann lediglich in der App erscheinen. Das erleichtert die Auswahl und verhindert Verwechslungsgefahr beim Bezahlvorgang.

In der Gesamtübersicht der Hilfeartikel kann zusätzlich zu erklärenden Hilfestellungen die Verfügbarkeit von Funktionen in den jeweiligen Ländern überprüft werden. Diese sind unter dem Google Pay-Produkt in Form einer Liste abrufbar. Ebenso können Zahlungsmethoden bearbeitet und Kundenkarten, Fahrkarten oder Angebote eingesehen, exportiert oder gelöscht werden.

Zahlungsmethoden

Der Payment-Dienst unterstützt folgende Zahlungsmethoden:

Kredit- und Debitkarten:

  • MasterCard
  • Visa
  • Discover (nur USA)
  • JCB (nur Japan und USA)
  • Visa Electron (nur außerhalb der USA)
  • Elo-Kreditkarten (nur Brasilien; keine Elo-Debitkarten)
  • American Express

Andere:

  • PayPal

Die akzeptierten Kartentypen können je nach Standort und Produkt variieren.

Nicht unterstützte Zahlungsmethoden hingegen sind:

  • Elektronische Überweisung (wire transfer)
  • Banküberweisung
  • Western Union
  • MoneyGram
  • Virtuelle Kreditkarten (VCC)
  • Health Savings Account (HSA)
  • Treuhandzahlungen

Technische Funktionsweise

Google Pay verwendet bei Transaktionen das System der NFC und der HCE. Als NFC (near field communication, Nahfeldkommunikation) wird ein drahtloser Funkübertragungsstandard für Daten über kurze Distanzen bezeichnet. Die HCE (host card emulation) ist eine Software zur Kopierung von Identitäts- und Kreditkarten, womit die Transaktion über das Smartphone-Betriebssystem, unabhängig von Mobilfunkanbietern, erfolgt.

Der Vorteil darin besteht in den vielseitigen Einsatzgebieten wie etwa der Datenaustausch zwischen Smartphones oder Tablet, dem Bargeldlosen Bezahlen in Supermärkten, Fahrscheinautomaten oder über den Sparkassen-Dienst GiroGo oder dem Generieren von digitalen Eintrittskarten über das Smartphone.

Durch die Funktion der Nahfeldkommunikation können Händler dem Käufer einfachere Zahlungsoptionen anbieten und einige Kosten sparen, da die Kassensysteme für neue Zahlungsoptionen nicht teuer aufgerüstet werden müssen.

Die Bedingung zur Nutzung der Bezahlmethode von Google Pay ist vor allem, wie der Begriff „Nahfeldkommunikation“ bereits andeutet, dass sich die jeweiligen Geräte in unmittelbarer Nähe befinden (i.d.R. einige Zentimeter voneinander entfernt). Dazu muss das Android-Gerät den Funkstandard NFC unterstützen, um die jeweiligen Daten übermitteln zu können.

Google Pay: Vorgang einer NFC-Zahlung im Handel

Kooperations- und Vertragspartner von Google Pay

Google Pay startet im Juni 2018 seinen Dienst erstmals in Deutschland und steht zu Beginn der Verkündung bereits in der Zusammenarbeit mit einigen Geldinstituten und Dienstleistern, darunter:

Banken

  • boon.
  • comdirect
  • Commerzbank
  • N26
  • BW-Bank
  • Revolut (demnächst)

einige Partner (speziell in Deutschland)

  • Deutsche Post
  • Deutsche Telekom
  • Deutsche Bahn
  • ERGO
  • Rossmann
  • DHL
  • Tchibo
  • ADAC
  • Vodafone

Im Oktober 2018 kündigten Google Pay und PayPal ihre Kooperation an.
Im selben Jahr werden Visa und MasterCard als Zahlungsmittel zum Bezahldienst hinzugefügt.
2019 baut die Tochtergesellschaft der Frankfurter Sparkasse 1822direkt mit der Bezahloption Gpay ihre mobilen Angebote aus.

Was müssen Banken & Unternehmen beachten?

Wie bei Händlern bietet sich auch hier der Vorteil, dass Geldinstitute und Unternehmen den Kunden eine zusätzliche Bezahllösung anbieten können, die überdies modern und bequem ist. Das steigert das Angebot des Dienstleisters insgesamt und macht ihn attraktiver, vor allem, weil der Zahlungsverkehr zu den wichtigsten Dienstleistungen für Verbraucher gehört.
Damit Banken durch die steigende Nutzung von Google Pay später nicht ihre Kunden verlieren, sollten sie sicherstellen, dass ihre Bankdienstleistungen sichtbar und relevant bleiben, sodass der Kunde noch bereit ist, dafür Geld auszugeben. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass in Zukunft auf mehrere Zahlungsoptionen zurückgegriffen wird, d.h. Banken und Unternehmen sollten diese in ihre Angebote einbinden. Für den Zahlvorgang verwenden Kunden immer noch die jeweilige Kreditkarte der Bank, wodurch sie an das Geldinstitut gebunden bleiben.

Die vom Verbraucher erhaltenen Daten dürfen von den Geldinstituten und Unternehmen nur zur Identitätsprüfung und zur Transaktionsabwicklung an Google weitergegeben werden. Alle anderen Informationen zur Datenerhebung müssen anderswie abgedeckt werden, in der Regel übernimmt dies die europäische Datenschutz-Grundverordnung.

Sicherheit

Bei Bezahlung über Google Pay werden die Daten mittels virtuellen Kreditkartennummern, sogenannte “Tokens”, durchgeführt. Die realen Kreditkartendaten werden dabei nicht mit dem Zahlungsterminal oder der App ausgetauscht, es wird dem Händler lediglich eine verschlüsselte Nummer weitergegeben. Das ist deutlich datensparsamer als bei dem Einsatz einer normalen Kreditkarte, wo unzählige inhabergebundene Kreditkarteninformationen übermittelt werden. Ein großer Vorteil ist, dass die Zahlung über das Android-Gerät nicht funktioniert, wenn das Smartphone in der Hosentasche gesperrt oder im Stand-by-Modus ist, was heimliche Abbuchungen unterbindet.

Falls das jeweilige Smartphone-Gerät abhanden kommen sollte, bietet Google die Funktion “Mein Gerät finden” an, die es dem Nutzer möglich macht, seine Daten entweder aus der Ferne zu löschen oder das Smartphone zu sperren, indem ein neues Passwort gesetzt wird. Wahlweise kann Google Pay auch per Fingerbadruckscanner geschützt werden, um so unautorisierte Zahlungen zu verhindern.

Nutzungsbedingungen & Datenschutz

Um Google Pay nutzen zu können, müssen einige Bedingungen erfüllt und die Datenschutzrichtlinien eingewilligt werden, welche nun in Stichpunkten genannt werden:

  • Altersbeschränkung von mindestens 18 Jahren
  • grundlegende Nutzungsanforderungen: Google-Konto und ein Gerät, das die jeweils gültigen System- und Kompatibilitätsanforderungen des Dienstes erfüllt, sowie Internetzugang und kompatible Software
  • Nutzung von Google Pay: Akzeptanz, dass Google Pay evtl. Informationen vom Aussteller der hinzugefügten Karte erhält.
    Die Weitergabe personenbezogener Daten an Transaktionspartner und sofern als Zahlungsmethode hinterlegt, auch an Drittanbieter wie Name, Profilbild, E-Mail-Adresse, IP-Adresse, Rechnungsadresse, Telefonnummer, Informationen zum Gerät, Standortdaten und Aktivitäten im Google-Konto
  • Zur Registrierung: neben der Google Datenschutzerklärung sind Angaben zu Kredit- oder Debitkartennummer mit Ablaufdatum, Bankverbindung, Adresse, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer, Steueridentifikationsnummer bzw. eine andere behördlich vergebene Identifikationsnummer zu machen
  • Transaktionsinformationen: Datum, Uhrzeit und Betrag der Transaktion, Händlerstandort und -beschreibung, Waren- oder Dienstbeschreibungen, bei der Transaktion beigefügte Fotos, Name und E-Mail-Adresse des Verkäufers und Käufers, die verwendete Zahlungsmethode, Beschreibung für den Grund der Transaktion sowie ggf. das mit der Transaktion verbundene Angebot.

Das Unternehmen PayPal erhält von Google folgende Nutzerinformationen:
Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, IP-Adresse, Geräteinformationen, Profilbild, Standort zum Zeitpunkt der Einrichtung sowie Informationen zu Signalen Ihres Google-Kontos (darunter Alter des Kontos und Sitzungsdauer).

PayPal hingegen übermittelt Daten wie Name, Rechnungsadresse, Telefonnummer, PayPal-Kontotyp und Kontoaktivitäten an Google.

Alle Kaufabwicklungen, die bei Unternehmen oder Personen außerhalb von Google abgeschlossen werden, unterliegen den Datenschutzrichtlinien des jeweils Betroffenen. Daher sollten die Richtlinien und Bedingungen des Verhandlungspartners vor Kaufabwicklung durchgelesen werden, da Google keine Haftung für diese übernimmt.

Quellen

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