Google Scholar

Bei Google Scholar handelt es sich um eine vertikale Suchmaschine, die vom Unternehmen Google LLC. entwickelt wurde. Der Name Scholar leitet sich aus dem lateinischen Wort “scola” ab, zu deutsch: Schule, was Hinweise auf die Funktion von Google Scholar gibt. Die Suchmaschine ermöglicht es, insbesondere Studenten, Dozenten und Wissenschaftlern, Nachforschungen zu wissenschaftlichen Dokumenten in der Literatur zu betreiben. Ähnlich, wie Google Patents, werden relevante Suchergebnisse mittels einer Volltextsuche auf enthaltene Zitate untersucht und herausgefiltert. Der Index von Google Scholar umfasst geschätzte 389 Millionen Dokumente, was ihn zur weltweit größten wissenschaftlichen Suchmaschine macht.

Geschichte

Google Scholar ist seit seiner Umfangsmessung im Januar 2018 Spitzenreiter unter den wissenschaftlichen Recherche-Diensten. Die wissenschaftliche Suchmaschine Microsoft Academic Search beinhaltete bis zum Jahr 2018 insgesamt 212,689,976 Publikationen.
BASE (Bielefeld Academic Search Engine) weist im Februar 2019 eine Anzahl von 143.215.491 indexierten Dokumenten und Quellen auf.

Am 18. November 2004 ist die Suchmaschine Google Scholar erstmals erschienen. Das Projekt Crossref gilt als sein Vorgänger, welches ebenso Volltext-Bestände zahlreicher Fachverlage und -gesellschaften indexiert hatte. Durch die Funktion der Google Suche wurde dies jedoch überflüssig, da alle Materialien recherchierbar gemacht wurden.

Mit dem Projekt sollten Publikationen von Verlagen und Fachgesellschaften, die nur durch Registrierung und Anmeldung kostenlos zugänglich sind, für die Suchmaschine frei gemacht werden. Google steht unter anderem in Kooperation mit der Bodleian Library der Oxford University und der Bayerischen Staatsbibliothek.

Ungeachtet dessen bleibt der Nachteil von Google Scholar bestehen: Da die Suchmaschine ein Zitationsindex ist, prüft sie nicht, ob die Inhalte in der Bibliothek auch Lizenzen für die elektronische Ausgabe besitzen. Somit liegen Berechtigungen nur für einen Teil der digitalen Bibliothek vor.

Funktionen von Google Scholar

Die Bedienung von Google Scholar ist unkompliziert: die Startseite von Google Scholar lässt sich unter https://scholar.google.de/ öffnen. Dann ist nur noch die Eingabe eines für den Nutzer relevanten Wortes oder Zitats notwendig und die Suche kann beginnen. Die Suchauswahl möglicher Treffer kann neben deutsch auch nach beliebiger Sprache gefiltert werden.

Die bibliografische Datenbank beinhaltet unter anderem Arbeiten aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Verlagen, Fachgesellschaften und Universitätslagern. Es sind vor allem Zeitschriften- und Konferenzbeiträge, Thesen, Dissertationen, wissenschaftliche Bücher, Vordrucke, Abstracts für Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten und technische Berichte indexiert. Überdies bietet Google Scholar auch Gerichtsurteile und Patente sowie andere wissenschaftliche Literatur aus großen Forschungsbereichen an.
Da nicht jedes Medium kostenlos verfügbar ist, zeigt Google Scholar von vielen Quellen Abstracts (Zusammenfassung des Inhalts) an, mit dessen Hilfe der Nutzer entscheiden kann, ob sich ein Kauf oder eine Leihe lohnt oder nicht.

Um zusätzliche Funktionen nutzen zu können, wie z.B. das Speichern von Artikeln, dem Erstellen von Benachrichtigungen oder dem Veröffentlichen eigener Werke, benötigt man ein Google Scholar-Profil. Wenn ein Google Profil bereits vorhanden ist, kann auch damit die Anmeldung erfolgen.

Mithilfe von Google Scholar können während der Literatursuche, verwandte Werke, Zitate und Veröffentlichungen entdeckt werden. Gleichzeitig kann der Nutzer vollständige Dokumente in seiner Bibliothek oder im Internet suchen. Auch bietet sich dem Nutzer die Möglichkeit, ein öffentliches Autorenprofil zu erstellen, mit dem er prüfen kann, von wem die eigenen Publikationen zitiert werden. Mit der Funktion Google Scholar Alert, kann der Autor per E-Mail über die Zitatition seiner Veröffentlichungen alarmiert werden. Darüber hinaus wird der Nutzer über neu veröffentlichte Artikel, entsprechend seiner Suchkriterien informiert und erhält Informationen über die neuesten Entwicklungen in allen Forschungsbereichen.

Google Scholar stellt vier Funktionsoptionen zur Verfügung: Abdeckung, Indizierung, Ranking und Zitationsextraktion.

  • Abdeckung: Anzeige der Verlagspublikation als oberstes Ergebnis in der Trefferliste, andere Versionen werden zusammengefasst.
  • Indizierung: Google Scholar extrahiert aus den Treffertexten bzw. -Dokumenten die Metadaten (z.B. Autor, Titel und Erscheinungsjahr). Bei der Vorgehensweise der Trefferauswahl werden spezielle Techniken wie Webcrawler oder Linkresolver eingesetzt.
  • Ranking: Gewichtung des  Datums der Veröffentlichung; in der Regel weisen Dokumente mit aktuellem Datum gleichzeitig einen höheren Rankingfaktor auf.
  • Zitationsextraktion: Die Entnahme von Literaturdaten aus vorliegenden Volltexten mittels eines Analyseverfahrens.

Damit Google Scholar den Zugang zu Artikeln für den Nutzer gewährleisten kann, wird jedes Suchergebnis in einem bestimmten Format angezeigt. Die jeweiligen Zugriffslinks sind mit [PDF] oder [HTML] gekennzeichnet.

Des Weiteren können Autoren über Google Scholar Metrics einsehen, wie sichtbar und einflussreich die neuesten Artikel in den wissenschaftlichen Ausgaben sind, indem die jüngsten Zitate in mehrere Publikationen zusammengefasst werden. Diese sind in den Top-100-Publikationen aufgelistet und nach den Kennzahlen h-Index und h-Median im Zeitraum von 5 Jahren sortiert. Die Kennzahlen drücken aus, welche Artikel in einer Publikation am häufigsten zitiert wurden und wer sie zitiert hat. Der h-Index gibt dabei die Zitierhäufigkeit je nach Publikation wieder. Der h-Median zeigt die Zitierhäufigkeit der Artikel einer Publikation, sprich wie oft Artikel bezogen auf die jeweilige Publikation zitiert wurden. Mit Hilfe dessen wird Autoren die Suche nach der Frage, wo sie ihre neuen Forschungsergebnisse veröffentlichen möchten, erleichtert. Das Durchsuchen nach Forschungsbereich ist derzeit nur für englische Werke verfügbar, die Suche nach bestimmten Veröffentlichungen allerdings in allen Sprachen.

Google Scholar Top 100 Publikationen
Top-100-Publikationen in der Hauptkategorie „Business, Wirtschaft und Management“

Für die Literaturrecherche nach lizenzierten Aufsätzen oder anderweitiger Fachliteratur, setzen vor allem Universitätsbibliotheken, wie z.B. aus Göttingen, München oder Passau, auf die akademische Suchmaschine und legen die Nutzung dessen insbesondere für Studenten nahe.

Datenschutz

Die Datenschutzbestimmungen, an die Google gebunden ist, lassen sich in folgende Richtlinien unterteilen:

Indizierungsrichtlinien: Google unterliegt dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA), der auf mutmaßliche Urheberrechtsverletzungen hin, das Entfernen oder Deaktivieren des Zugriffs auf das Material vorschreibt. Der mutmaßliche Verletzer oder der Betreiber der betroffenen Webseite ist darüber in Kenntnis zu setzen.
Gemäß §§ 512 (g) (2) und (3) des Digital Millennium Copyright Act kann der Administrator der betroffenen Seite oder der Anbieter des Inhalts eine Gegendarstellung vornehmen, mit der das Material wieder in Google einsetzbar wird.
Für das Ausfüllen des Widerrufsformulars sind die spezifischen URLs oder andere eindeutige identifizierende Informationen des Materials, das Google entfernt hat oder für das der Zugriff von Google deaktiviert wurde, anzugeben.

Abonnentenverknüpfungsrichtlinien: Legen Verlage Beschwerde gegen die betroffenen Bestandsinformationen ein, sieht Google vor, das Material innerhalb von einer Zeitspanne von 30 Tagen nicht mehr zur Verfügung zu stellen.
Laut Google werden keine Informationen über die Nutzung persönlicher elektronischer Bestände oder über die Gesamtnutzung basierend auf institutionellen Merkmalen oder Profilen an Dritte weitergegeben.

Bedeutung für SEO

Die Suchmaschinenoptimierung für wissenschaftliche Erzeugnisse wird Academic Search Engine Optimization (ASEO) genannt. Sie bewirkt, dass möglichst viele Zitationen und Verweise zusammengesucht werden. Da Google Scholar sich auf Zitationen und Quellenangaben fokussiert, kann damit das eigene Ranking in Google Scholar verbessert werden. Denn die Häufigkeit, auf der eine Quelle verwiesen wird und das Einbeziehen von wichtigen Keywords an der richtigen Position im eigenen Werk sind dabei entscheidende Faktoren.

Quellen

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