Inbound Marketing

Inbound Marketing (von engl. inbound: ankommend) ist eine Strategie, bei der ein Unternehmen durch hochwertige und relevante Inhalte vom Kunden gefunden wird. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass der Kunde ohnehin auf der Suche ist und nur auf das passende Produkt oder die passende Dienstleistung stoßen muss. Bei gängigen Marketingmaßnahmen geht das Unternehmen durch Werbung offensiv auf den potenziellen Kunden zu. Im Inbound Marketing dagegen nimmt der User aufgrund des überzeugenden Contents von selbst Kontakt mit dem Unternehmen auf. Damit ist die Vorgehensweise im Inbound Marketing völlig gegensätzlich zum klassischen Outbound Marketing, das über Display-Anzeigen, Social Media Advertising, Printwerbung, TV-Spots, Radiowerbung, etc. agiert.
Der Begriff “Inbound Marketing” wurde von Brian Halligan, dem Gründer der Firma HubSpot geprägt, die Tools zur Durchführung von Inbound-Strategien anbietet. In seinen Anfängen wurde der Terminus noch eng mit dem Permission Marketing verknüpft.

Funktionsweise

Im Gegensatz zur klassischen Werbung zwingt das Inbound Marketing dem potenziellen Kunden keine Botschaften auf, sondern stellt nützlichem, gut findbaren Content bereit. Dieser begeistert die User im Idealfall so sehr, dass sie die Eigeninitiative ergreifen und von sich aus Kontakt zum Unternehmen herstellen. Es geht also nicht darum, ein Produkt anzupreisen, sondern darum, die Zielgruppe durch hochwertige Inhalte und Problemlösungen schon vor der ersten Kontaktaufnahme zu überzeugen. Eine proaktive Kontaktaufnahme mit dem User von Unternehmensseite aus erfolgt, wenn überhaupt, erst spät und sehr sparsam, da das Inbound Marketing sich der Werbemüdigkeit der User bewusst ist.

Durch die Konzentration auf hochwertige Inhalte wird Inbound Marketing häufig synonym mit Content Marketing genannt. Tatsächlich ist Content Marketing, also die Erstellung von mehrwertigen Inhalten, eine unersetzliche Teilkomponente des Inbound-Marketings, welches darüber hinaus jedoch auch aktiv darauf setzt, Kundenbeziehungen langfristig zu pflegen. Nach der Conversion (die meist via E-Mail erfolgt) muss das Unternehmen den Kunden immer wieder begeistern, um ihn zum Stammkunden oder gar “Botschafter” für das Unternehmen zu machen, der gerne von ihren positiven Erfahrungen berichtet (Word-of-Mouth).

Vielfältiger Content im Inbound Marketing

Im Inbound Marketing ist Content König. Spannend, nützlich, userorientiert und unterhaltsam soll er sein. Um dies zu gewährleisten, nutzen Unternehmen eine Vielfalt an Formen, um dem User guten Content zu unterbreiten:

  • Blogs
  • Fachartikel sowie spannende oder unterhaltsame Artikel
  • Leitfäden und Ratgeber
  • Gratis-Tools
  • Videos und Videovorträge
  • Podcasts
  • Whitepapers
  • E-Books
  • Info-Grafiken

Inbound-Marketing und SEO

Inbound Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO) klingen von ihren grundlegenden Konzepten ähnlich, sind aber nicht dasselbe und auch nicht austauschbar. Vielmehr stellt SEO, wie auch das Content-Marketing, eine Komponente dar, die zum Erfolg von Inbound Marketing beiträgt. Schließlich kann sich hochwertiger Content nur dann auf die Zielgruppe auswirken, wenn er auch gefunden wird. Deshalb empfiehlt es sich, Inhalte nach SEO-Kriterien aufzubereiten. Dazu gehören passende Keywords, die WDF*IDF-Optimierung von Texten, OnPage-Optimierung und, Linkbuilding, Grafiken und ALT-Tags bei Bildern, etc.

Des weiteren werden im Inbound Marketing verschiedene Kanäle bespielt, um die Auffindbarkeit der Inhalte für den User so schnell und einfach wie möglich zu gestalten. Kanäle, über die Inbound Marketing stattfindet, sind zum Beispiel:

  • die eigene Website
  • ein Blog
  • effizientes E-Mail-Marketing und Newsletter
  • Suchmaschinen (über Suchmaschinenoptimierung)
  • Social Media wie Facebook, Twitter, Instagram, etc.
  • Foren und Communities
  • Videoportale wie Youtube

Gerade die Aktivität auf Social Media-Plattformen ist hervorzuheben, denn über die sozialen Netzwerke wird guter Content gerne geteilt (Stichwort Seeding). Dies erhöht nicht nur die Reichweite der Inhalte, sondern wirkt sich auch positiv auf das Google-Ranking aus, was die Sichtbarkeit noch einmal erhöht.

Der Erfolg von Inbound Marketing-Strategien wird mithilfe verschiedener Kennzahlen gemessen, unter anderem:

  • Lange Verweildauer
  • Niedrige Absprungraten
  • Direktlinks
  • Abos
  • Tweets
  • Likes und Shares

Stellung von SEA im Inbound Marketing

Die Stellung von Suchmaschinenwerbung (SEA) im Inbound Marketing ist umstritten. Einige Definitionen ordnen es dem Inbound Marketing zu, da User von Textanzeigen bei der Suchmaschinennutzung nicht direkt angesprochen werden. Zudem wird argumentiert, dass nur themenrelevante Anzeigen auf eine Suchanfrage des Users ausgespielt werden. Andere Definitionen zählen SEA zum Outbound Marketing, da es sich um bezahlte Werbung handelt, die durch entsprechende Gebote und nicht durch hochwertigen Content ins Blickfeld des Users bringt. Die Inbound Marketing-Initiatoren von HubSpot haben ihre Meinung zu diesem Thema mittlerweile geändert: Während sie 2010 Suchmaschinenwerbung als Outbound-Marketing definierten, konstatieren sie heute, dass Pay per Click-Anzeigen, die direkte Lösungen für die Probleme des Users bieten, durchaus zum Inbound-Marketing gehören. Ob und in welchem Umfang SEA in eine individuelle Inbound Marketing-Kampagne integriert wird, muss von Projekt zu Projekt entschieden werden.

Quellen

https://de.ryte.com/wiki/Inbound_Marketing
http://t3n.de/magazin/einfuhrung-inbound-marketing-marketing-zukunft-233324/
https://chimpify.de/marketing/was-ist-inbound-marketing/
https://www.onlinemarketing-praxis.de/glossar/inbound-marketing
https://www.takeoffpr.com/blog/was-ist-inbound-marketing

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