Linkspam

Als Linkspam (auch Suchmaschinen-Spamming, Index-Spamming, Spamdexing) werden alle Maßnahmen verstanden, die dazu führen, das Ranking von Suchmaschinen positiv zu beeinflussen. Es kann sich beispielsweise um Einträge auf fremden oder eigenen Webseiten handeln, um gezielt den Bewertungs-Algorithmus von Suchmaschinen zu manipulieren. Bei der Suchmaschine Google wird im Speziellen der Begriff Google-Spamming verwendet. Werden Spamming-Aktivitäten von Suchmaschinen erkannt, drohen der Webseite Abstrafungen und gegebenenfalls der Ausschluss aus dem Index. Grundsätzlich ist Linkspam als Black Hat SEO zu klassifizieren.

Beschreibung

Neben einer besserer Platzierung im Ranking, soll durch Linkspam natürlich wirkender Traffic erzeugt und Werbeeinahmen ermöglicht werden. Hierdurch werden auch die Webstatistiken wie Alexa oder Google Analytics beeinflusst.

Zum Linkspam gehören typischerweise folgende Verhaltensmuster:

  • es wird versucht eine Webseite unter einem Stichwort (Keyword) zu listen, ohne dass die Seite sich mit dem betreffenden Thema auseinander setzt. (Alternativ wird hier auch der Begriff Google Bombe verwendet)
  • es werden Maßnahman ergriffen, die dazu führen, dass unter einem Suchbegriff bewusst viele Mehrfachlistungen angezeigt werden
  • irreführende Hyperlinks werden verwendet, um den User zu einer bestimmten Webseite weiterzuleiten, ohne dabei Informationen zu dem eingegebenen Suchbegriff zu enthalten

Im Bestreben möglichst viele Besucher auf eine bestimmte Webseite zu locken, werden durch das Linkspamming Inhalte vorgetäuscht, die in Wahrheit nicht immer vorhanden sind. Wie der Name bereits verdeutlicht wird durch Linkspam in der Regel mindestens einen Hyperlink gesetzt. Durch das Anklicken auf diese Links werden die Nutzer zunächst auf unbekannte Seiten verwiesen. Der Inhalt dieser Seite kann für den Nutzer auch negative Folgen haben, da die Gefahr besteht mit unerwünschter Schadsoftware in Kontakt zu kommen.

Vorgehensweisen Suchmaschinen Spamming (Onpage & Offpage)

Zu den Optimierungsmethoden der Linkspammer gehören Such- und Bewertungsstrategien der Suchmaschinen, um eine bessere Positionierung in den Ergebnislisten zu erzielen. Typischerweise haben sich dabei folgende Methoden herauskristallisiert:

Suchwortdichte:
Die Suchwortdichte (Keyword Dichte) und die Suchwortprominenz werden berücksichtigt, da sie in vielen Bewertungsalgorithmen einfließen. Zu den gängigen Verfahren gehören beispielsweise:

  • die Verwendung von vielen Keywords im Alt Attribut von Bildern
  • die Unterbringung mehrer Keywords Meta Title, um Schlüsselbegriffe an beliebten Stellen zu platzieren
  • das schreiben von Texten in der Hintergrundfarbe, sodass der Text nur für Suchmaschinen, aber nicht für den Internet-Surfer auf dem Bildschirm im ersten Moment zu erkennen ist
  • die Nutzung von Doorway Pages oder Cloacking, wodurch für die Suchmaschine andere optimierte Seitenhinhalte angezeigt werden als dem Intern-User
  • die Verwendung von Artikelverzeichnissen oder Content Farmen

Backlinks:

Neben der Keyword Dichte sind die Linkpopularität und Backlinks ebenfalls von hoher Bedeutung, da sie als Rankingfaktor verwendet werden. Je mehr Links generiert werden, desto höher ist die Relevanz zu ausgesuchten Suchbegriffen. Backlinks werden dabei folgendermaßen generiert:

  • Blogspam: Durch die Kommentar- und Trackbackfunktion von Blogs und Gästebüchern ist es möglich, Einträge mit Links und Texten zu hinterlassen, die darauf abzielen, kommerzielle Seiten zu bewerben. In vielen Fälle haben sie meist nichts mit dem eigentlichen Inhalt zu tun.
  • Wikispam: Ähnlich wie beim Blogspam kann bei Wikis ein gesamter Seiteninhalt gezielt verändert werden.
  • Forenspam: In Foren sind Linkspammer ebenfalls anzutreffen und setzen die Links in verschieden Beiträgen, um bessere Rankingergebnisse zu erzielen.
  • Social-Bookmark-Spam: Mithilfe von Social-Bookmarks, bei denen einzelne User die eigenen Favoriten online abspeichern und mit anderen Benutzern teilen, ist es für Spammer möglich, durch hinzufügen von Links (Favoriten) zusätzliche Backlinks für eigene Zwecke zu erhalten. Da dieser Austausch meist nicht unbemerkt bliebt, versehen die meisten Social-Bookmark Plattformen die ausgehenden Links mit dem Attribut rel=”nofollow”.
  • Auch exzessive Guest Posts zählen zu den Spam-Methoden die von Google nicht toleriert werden.

Negative Suchmaschinen-Optimierung

Linkspam wird im Rahmen des Black-Hat-SEO unter anderem verwendet, um andere Mitbewerber abzuschießen. Hierbei wird versucht, in sehr kurzer Zeit sehr viele verdächtige Links zu erzeugen, die alle auf die gleiche Webseiten von Konkurrenten verweisen. Ziel ist es Suchmaschinen dazu anzuregen, die betreffenden Websites abzuwerten, und so indirekt die eigene Seite aufzuwerten. Hier kann es bis zu einer Deindexierung des Konkurrenten führen. Durch die Einführung des Disavow-Tools haben Webmaster die Möglichkeit erhalten negative Links nicht mit ins das Ranking einfließen zu lassen.

Auswirkungen von Linkspam

Das Aufspüren und beseitigen von Spam-Links ist ein sehr langwieriger Prozess. Auch bekannte Unternehmen sind in der Vergangenheit von Linkspam-Attacken nicht verschont geblieben. Hierbei wurden beispielsweise täglich mehrere Tausend dofollow-Backlinks von Seiten mit pornografischem Inhalt gesetzt. Da die SEOs schnell reagiert haben (Disavow), konnte weiterer Schaden verhindert werden. Um sich von Linkspam-Attacken zu schützen ist es möglich, die Backlink-Struktur permanent zu überwachen. Dies ist zwar sehr schwierig, kann aber mit Hilfe von SEO-Tools erfolgen, die schadhafte Links schnell identifizieren.
Grundsätzlich richtet Spam weltweit einen erheblichen Schaden im Kommunikationssystem an. Durch die zusätzlichen Datenmengen resultiert ein erhöhter Bearbeitungsaufwand. Beispielsweise werden hierzu Spamfilter eingesetzt, die gewartet werden müssen und zusätzliche Kosten verursachen.

Handlungen der Suchmaschinen

Viele Manipulationstechniken wurden von den Suchmaschinen erkannt. Wird eine Webseite mit der beschriebenen Art und Weise auffällig und von den Suchmaschinen entdeckt, werden Gegenmaßnahmen eingeleitet:

  • Veränderung des Suchalogorithmus: Panda, Penguin und Kolibri-Update.
  • Abwertungen in den Ranking-Platzierungen von auffälligen Webseiten.
  • Ausschluss der Seiten, einzelner IP-Adressen, ganzer IP-Bereiche oder Domains aus dem Suchmaschinenindex

Quellen

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