Sichtbarkeitsindex

Der Sichtbarkeitsindex ist ein Begriff aus der Suchmaschinenoptimierung. Es handelt sich dabei um eine Metrik die abbildet wie häufig eine Domain (oder eine andere geeignete Untersuchungseinheit, beispielsweise eine Subdomain) innerhalb der SERPs gesehen wird. Beim Sichtbarkeitsindex handelt es sich nicht um einen offiziellen Wert der Suchmaschinenbetreiber, sondern um einen KPI, den Anbieter von Analysetools zur Suchmaschinenoptimierung anbieten. Die Metriken der unterschiedlichen Anbieter sind dabei nicht miteinander vergleichbar, da sie unterschiedliche Methoden bei Berechnung und Gewichtung der Faktoren anwenden.

Funktionsweise

Beim Sichtbarkeitsindex handelt es sich um einen aggregierten Wert. Er setzt sich aus der Menge aller Suchbegriffen, zu denen eine Seite rankt, zusammen. Die Sichtbarkeit pro Keyword wird anhand des Suchvolumens und der Position innerhalb der SERP berechnet.

Position innerhalb der SERP

Umso besser die Position innerhalb der SERP, desto öfter wird ein Suchergebnis auch gesehen. Ein Ergebnis auf Position 1 wird von nahezu allen Suchenden wahrgenommen, während Ergebnisse, die nicht mehr auf der ersten SERP angezeigt werden, nur noch sehr wenig Traffic haben. Mit abnehmender Sichtbarkeit sinkt auch die Klickwahrscheinlichkeit ab, auch wenn die Position nicht alleine ausschlaggebend ist.

Suchvolumen für das Keyword

Je nach Suchbegriff unterscheidet sich das Suchvolumina. Die Suchanfrage „Schuhe kaufen“ ist häufiger, als der Terminus „Balletschuhe kaufen“. Ein Ranking für ersteren Begriff hat deswegen einen stärkeren Impakt auf den Sichtbarkeitsindex, als zweiterer.

Einfache Darstellung der Berechnung des Sichtbarkeitsindexes
Einfache Formeldarstellung der Berechnung der Sichtbarkeit; p=Erwartete Sichtbarkeit nach Rankingposition; v=Suchvolumen nach Suchbegriff; n=Anzahl rankender Suchbegriffe

Weitere Faktoren

Neben diesen Hauptfaktoren, nehmen einige der Toolanbieter auch weitere Faktoren in die Berechnung mit auf, etwa den AdWords CPC.

Keywordset und Monitoring des Sichtbarkeitsindexes

Zur Berechnung des Sichtbarkeitsindexes verwenden die Toolanbieter selbst definierte Keywordsets, die in regelmäßigen Abständen gecrawlt werden. Für diese Begriffe wird der Traffic und die Position der Begriffe im Keywordset ermittelt. Dies hat allerdings zur Folge, dass Begriffe, die sich nicht im Keywordset befinden, auch keinen Einfluss auf den ermittelten Sichtbarkeitsindex haben. Zwar versuchen die Toolanbieter ein möglichst großes Set zu definieren und diese regelmäßig zu erweitern, es  muss aber für Nischenthemen davon ausgegangen werden, dass nicht alle relevanten Termini sich im Set befinden. Auch längere Suchanfragen (Longtail) finden sich mit zunehmender Anzahl der Begriffe seltener in den Keywordsets. Für Seiten aus Nischenbranchen kann die Definition eines eigenen Keywordsets Sinn machen, indem Ranking oder auch Konversion relevante Keywords zusammengefasst werden.

Sichtbarkeitsindex als Messtool für SEO Maßnahmen

Ein Sichtbarkeitsindex bietet sich als Überwachungstool  der eigenen Maßnahmen im Bereich SEO an. Der Aufbau von Content sollte sich mittelfristig in einer Erhöhung der Sichtbarkeit niederschlagen. Auch zur Überwachung von Veränderungen des Google Algorithmus oder einer Abstrafung durch Google bietet sich ein Sichtbarkeitsindex an, da sich solche Veränderungen in deutlichen Ausschlägen der Indexkurven bemerkbar machen. Abgesehen von diesen starken Ausschlägen, geben vor allem mittel- und langfristige Trends in der Entwicklung der Sichtbarkeit Auskunft über die Effektivität der SEO Maßnahmen. Ein Sichtbarkeitsindex sollte vor allem als beschreibendes Mittel genutzt werden und ist besonders unter Zuhilfenahme anderer Kennzahlen und struktureller Daten aussagekräftig.

Grafik der mit Entwicklung der Sichtbarkeit einer Website
Entwicklung des Sichtbarkeitsindex. Nach Aufbau von Sichtbarkeit Abstrafung durch Google. Danach langsamer, aber stetiger Anstieg der Sichtbarkeit.

Vergleichbarkeit

Ein Vergleich von Sichtbarkeitswerten oder auch der Entwicklung der Sichtbarkeit macht umso mehr Sinn, desto ähnlicher die Seiten einander sind. Ein Vergleich verschiedener Themengebiete macht alleine aufgrund des höchst unterschiedlichen Trafficvolumens kaum Sinn. Ein weiterer Punkt ist die Tiefe und Breite einer Seite. Eine Microsite, die nur ein kleines Themenspektrum abbilden will, wird naturgemäß mit einer umfassenden Seite zum selben Themengebiet nicht mithalten können, da sie für weniger Keywords Inhalte bereit stellt. Der Vergleich beispielsweise zweier großer Baumarkt Unternehmen kann hingegen sinnvoll sein, da die Webseiten vermutlich eine ähnliche Struktur und Seitenanzahl aufweisen werden. Allerdings ist auch in solchen Fällen zu beachten, dass z.B. die Sortimentgröße beträchtlichen Einfluss auf die Sichtbarkeit haben kann, da dann weniger Potential für relevante Suchbegriffe besteht.

Sichtbarkeitsindex als Trafficindikator

Sichtbarkeitsindizes sind nicht als Trafficindikatoren zu verstehen. Abgesehen davon, dass die organischen Suchergebnisse nicht die einzigen Traffic Quellen sind, entspricht die berechnete Sichtbarkeit aber auch nicht den tatsächlichen Besuchern.

Die Indizes erfassen beispielsweise keine saisonalen Schwankungen. Der Traffic Wert wird stattdessen über das Jahr hinweg gemittelt. Ein Eishersteller wird im Winter möglicherweise einen Einbruch das Traffics auf seiner Seite feststellen, der sich in der Sichtbarkeit aber nicht widerspiegelt. Auch die CTR auf den Positionen, wird nicht immer den Durchschnittswerten entsprechen. So kann ein nicht optimiertes Snippet zu einer verringerten Klickwahrscheinlichkeit führen. Auch ein Begriff, der offensichtlich nicht relevant für die Seite ist, wird seltener angeklickt, als es bei einem passenden Begriff der Fall wäre. Gerade bei kleineren Seiten können schon wenige Suchbegriffe zu einem starken Anstieg der Sichtbarkeit führen, ohne dass eine Korrelation mit erhöhtem Traffic auf der Seite erkennbar sein wird.

Ein grundsätzliches Problem ist zudem die Datenbasis der Toolanbieter. So sind zuverlässige Zahlen zum Traffic für ein Keyword (und damit einer der Hautbestandteile der Errechnung) nur schwer in Erfahrung zu bringen. So weisen etwa die Daten, die in Google AdWords veröffentlicht werden, eine große Spannweite auf.

Noch weniger Aussagekraft hat ein Sichtbarkeitsindex in Bezug auf Conversions. Ein kommerzieller Anbieter, der eine, in den SERP stark präsente, Datenbank in Bezug auf sein Fachgebiet zur Verfügung stellt, wird zwar vermutlich mit mehr Traffic durch die zusätzliche Sichtbarkeit belohnt, der Anstieg an Konversions wird durch den Anteil von informationalen Suchanfragen aber weniger stark steigen.

Anbieter von Sichtbarkeitstools

Im deutschsprachigen Raum sind vor allem die folgenden Produkte gebräuchlich:

SISTRIX Sichtbarkeitsindex (freies SISTRIX Tool zur Anzeige des aktuellen Sichtbarkeitswertes: http://www.sichtbarkeitsindex.de/)

XOVI OVI (freies XOVI Tool zur Anzeige des OVI: http://www.domainvalue.de/)

SEOlytics Visibility Rank (SVR)

Searchmetrics SEO Visibility

Quellen:

Ihr Weg zu mehr Besuchern und Umsatz