Thin Content

Als Thin Content (dt. dünner Inhalt) werden Dokumente bezeichnet, die keinen Mehrwert in Form von Text bieten. Dieser Mehrwert bezieht sich sowohl auf den Nutzer, als auch auf Suchmaschinen, welche Texte benötigen um eine Webseite zu verstehen. Der Begriff kam das erste mal nach dem Leak der Quality Rater Guidelines von Google im Jahr 2012 auf, in diesen wurde der Begriff explizit genannt.

Merkmale von Thin Content

Grundsätzlich gibt es keine klare Definition von Thin Content. Jedoch lassen sich auf Basis der Quality Rater Guidelines einige Merkmale ableiten.

  • Automatisch generierte Texte: Hier runter fallen vor allen Dingen Texte die von anderen Webseite gescraped worden sind und anschließend durch Article Spinning individualisiert worden sind. Ein solches Vorgehen sieht man immer wieder bei der Erstellung von regionalen Landingpages. Es wird ein Text geschrieben, in dem dann nur die Städtenamen abgeändert werden. Solche Texte bieten für den Nutzer in der Regel keinen Mehrwert und zählen daher zum Thin Content. Diese Art der Texterstellung zählt zu den Black Hat Seo Methoden.
  • Kopierte Inhalte: Vor allen Dingen Shopbetreiber tappen immer wieder in die Falle und übernehmen Herstellerbeschreibungen von Produkten 1:1. Zum einen sollte hier das Problem des Urheberrechts beleuchtet werden, als auch dass dem Nutzer keine weiterführenden Informationen angeboten werden. Besonders als Shopbetreiber hat man die Möglichkeit das Produkt an Hand von Haptik, Olfaktorik und Optik näher zu beschreiben. Auch der so produzierte Duplicate Content stellt für Shopbetreiber ein nicht seltenes Problem dar.
  • Doorway Pages: Diese dienen nur dazu den Nutzer mittels eines Redirect auf die eigentliche Zielseite zu verweisen. Content ist auf solchen Seiten oftmals gar nicht zu finden.
  • Wenig Text: Hierunter fallen Text welche schlicht zu kurz sind und so keine relevanten Informationen enthalten können. Eine Beschreibung in zwei Zeilen enthält in der Regel keine nennenswerte Information für Nutzer oder Suchmaschine.
  • Inhaltlich schwacher Text: Dies sind Texte, welche selbst bei vielen Wörtern und Zeichen nicht viel relevanten Content enthalten, sondern durch viel “Blabla” aufgeblasen eurden. Google versucht anhand des Gibberish Score erkennen, welche Inhalte eines Texte tatsächlich relevant sind.

Thin Content und die Bedeutung für SEO

Seit Beginn der Suchmaschinen ist hochwertiger Content, neben Backlinks, ein wichtiger Baustein in der Optimierung von Webseiten. Unternehmen sollten daher einen besonderen Augenmerk auf die Qualität der Inhalte legen. Der alte Spruch „Content is King“ halt nach wie vor seine Berechtigung und hat mit dem Hype des Content Marketing sogar noch an Bedeutung gewonnen.

Hinweise in der Search Console

Seit Oktober 2014 wird Thin Content in der Google Search Console als Soft 404 Fehler ausgegeben. Dies definiert eine Seite mit wenig oder keinen Inhalt, auf welche jedoch keinen 404-Fehler augibt. Unternehmen sollten daher regelmäßig die Inhalte in der Search Console kontrollieren.

Mit gefundenen Soft 404 Fehler kann dabei wie folgt umgegangen werden:

  • Ausbau des Contents: Als Soft 404 Fehler gefundene URLs können durch neue Inhalte reanimiert werden. User Intention der Suche und die Befriedigung dieser, sollte bei der Erstellung der Inhalte Priorität haben.
  • Ausschließen von Inhalten/Verzeichnissen: Solange es nicht möglich ist neue Inhalte zu erstellen, empfiehlt es sich Thin Content mittels meta-robots noindex (ggf. nofollow) aus dem Index der Suchmaschinen auszuschließen. Neben dem Ausschluss der schlechten Inhalte, ist so eine aktive Link Juice Steuerung möglich, da auf diese Weise keine Webseiten intern Linkkraft vererbt bekommen welche es im derzeitgen Zustand nicht „verdient“ hätten. Der Fokus wird also verschoben und sich auf die Stärken konzentriert.

Google Penalty durch dünne Inhalte

Seit der Einführung des ersten Panda Updates am 23.02.2011 auf dem US-amerikanischen Suchmarkt und am 11.04.2011 weltweit, ist Thin Content ein wichtiger Punkt in der Suchmaschinenoptimierung geworden. Vor dem Hintergrund das minderwertige Inhalte auf lange Sicht frustrierte Nutzer hinterlassen, mann Google diesen Ansatz auf und straft Webseiten mit schlechten oder auch dünnen Inhalten ab. Für die Suchmaschinenoptimierung ergibt sich daraus, dass dem Content eine immer wichtigere Rolle zugewiesen werden muss. Texte müssen heute holistisch geschrieben sein und möglichst viele Fragen des Suchenden beantworten. Somit können auch Longtail Keywords leichter eingebunden werden. Eine reine Fixierung auf den Faktor Keyword Dichte, kann nicht mehr empfohlen werden. Der Ansatz nach der Formel WDF*IDF ist hier heute der umfassendere Ansatz. Jedoch muss auch hier nochmals betont werden, das Texte für Nutzer und nicht für Maschinen geschrieben werden sollten. Das heißt nicht jeder Maschinen generierte Vorschlag eines noch fehlenden Wortes macht in der praktischen Umsetzung auch wirklich Sinn.

Quellen

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