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Tor-Browser

Der TOR-Browser ist eine Software, die es ermöglicht, anonym im Internet zu surfen ohne, dass dabei Daten gespeichert werden. Er ist die einzige Software, mit der man auf das Tor-Netzwerk zugreifen kann. Das Tor-Netzwerk ist eine Art “exklusives Internet”. Der Tor-Browser besteht aus einem konfigurierten Firefox Browser und zwei Add-ons. Tor steht dabei für “The Onion Router“ und arbeitet nach dem Onion Ring Prinzip, das die Informationen verschlüsselt. Im Mai 2019 hatte der Tor-Browser zwischen zwei und zweieinhalb Millionen User täglich. Den Tor-Browser gibt es für Windows, macOS, Linux und Android.

Tor Browser
Tor Browser

Funktionsweise

Der Tor-Browser ist ein Browser-Bundle, das aus dem Browser Mozilla Firefox ESR und den Add-ons NoScript und HTTPS Everywhere besteht. Mozilla Firefox ESR ist eine Version von Mozilla Firefox mit Langzeitsupport. Sie wird über einen längeren Zeitraum mit Sicherheitsupdates versorgt, jedoch nicht mit neuen Funktionen.

Der Tor-Browser funktioniert nach dem “Onion Ring Prinzip“. Der Name kommt daher, weil die Daten mehrmals verschlüsselt werden. Das ähnelt den Schalen einer Zwiebel (eng. onion).

Der Tor-Browser verbindet sich mit dem Tor-Netzwerk und lädt dann eine Liste aller vorhandenen und verfügbaren Tor-Server herunter. Diese Liste wird auf Verzeichnisservern aufbewahrt und erhält eine digitale Signatur. Der öffentliche Schlüssel, der benötigt wird, um die Daten lesen zu können, wird im Tor-Quellcode mitgeliefert. Nachdem die Liste empfangen wurde, wählt der Tor-Browser eine zufällige Route über die Tor-Server. Der Browser verhandelt dann mit dem Tor-Server eine verschlüsselte Verbindung und sobald diese aufgebaut ist, wird sie um einen weiteren Server verlängert. Das Gleiche geschieht danach noch einmal, sodass die Verbindung drei Tor-Server enthält. Es sind in der Regel drei Server, da die Tor-Entwickler noch eine akzeptable Verzögerungszeit bei möglichst großer Anonymität gewähren wollten. Es können auch mehr Server sein, jedoch muss man dann mit starken Einbußen bei der Geschwindigkeit rechnen. Die Verschlüsselung ist nur dann erfolgreich, wenn bei den Servern einer dabei ist, der vertrauenswürdig ist, also nicht Anfang und Ende der Verbindung überwacht. Dann werden über diese Verbindung die Daten versandt. Der letzte Server ist dabei der Endpunkt der Kommunikation, der Exit-Server.

Diese Prozedur wird in regelmäßigen Abständen wiederholt und die Route wird alle zehn Minuten gewechselt. So entsteht eine Verbindung zum Internet, die schwierig nachzuverfolgen ist. Komplett anonym kann man dabei nicht sein, aber die Rückverfolgung ist extrem schwierig.

 

Legalität

Das “Tor Project” wurde gestartet, um in erster Linie das Internet anonym nutzen zu können. Häufig wird es jedoch genutzt, um Zugang zum Darknet zu bekommen. Im Darknet zu surfen ist grundsätzlich nicht illegal. Die Entwickler geben an, den Tor-Browser für freie Meinungsäußerung, Privatsphäre und Menschenrechte entwickelt zu haben. Außerdem ist der Tor-Browser dafür gedacht, eine Alternative zum Internet zu schaffen, bei der beim Surfen persönliche Informationen nicht einfach so preisgegeben werden. Durch die Anonymität und hohe Sicherheit nutzen jedoch viele Kriminelle den Tor-Browser, um mit Waffen und Drogen zu handeln oder pornografische Inhalte zu konsumieren. Der Tor-Browser ist also in erster Linie legal, allerdings ist die Nutzung immer mit einigen Risiken verbunden. Beispielsweise kann das Aufrufen mancher Webseiten strafbar sein, daher sollte man im Darknet nur mit großer Vorsicht surfen.

 

Risiken

Der Weg beim Surfen durch das Darknet ist zwar verschlüsselt und hinterlässt kaum verfolgbare Spuren, allerdings kann es sein, dass die Informationen nicht sicher sind. Diese müssen aktiv verschlüsselt werden, damit Dritte sie nicht abfangen können. Ansonsten kann es passieren, dass sie in die Hände von Hackern und Kriminellen kommen. Da das Tor-Netzwerk besonders für kriminelle Aktivitäten genutzt wird, steht er unter ständiger Beobachtung. Zwar ist man bei der Nutzung anonym, jedoch kann es bei Unachtsamkeit passieren, dass man ins Visier von Geheimdiensten und Strafverfolgern kommt. Die Anonymität und Sicherheit ist also nicht hundertprozentig garantiert.

 

Download und Installation

Den kostenlosen Download der Software gibt es auf der Website des Tor Project. Es ist für Windows, macOS, Linux verfügbar. Seit Ende Mai 2019 gibt es die Software auch für Android-Geräte als Download im Google PlayStore. Für IOS-Geräte gibt es (noch) keinen Download für den Tor-Browser. Als Alternative empfiehlt Tor die App “Onion Browser“ die als Download im AppStore verfügbar ist. Diese kann sich ebenfalls mit dem Tor-Netzwerk verbinden.

Installationsanleitung für Windows

Der Download enthält eine .exe Datei, die irgendwo abgespeichert werden sollte. Beispielsweise auf einem USB-Stick, sodass die Software auch auf mehreren Geräten genutzt werden kann. Nach einem Doppelklick auf die Datei und einem Klick auf “Install“, wird der Tor-Browser installiert. Das kann nach Entwicklerangaben wenige Minuten dauern. Wenn die Installation abgeschlossen ist, öffnet sich nach einem Klick auf “Finish“ der Tor-Browser Wizard. Ein Klick auf “Connect“ und der Tor-Browser öffnet sich automatisch, sobald er fertig geladen ist. Nun ist der Zugriff auf das Internet oder auf das Tor-Netzwerk möglich.

 

Deinstallation

Der Tor-Browser kann nicht wie eine klassische Software deinstalliert werden. Der Entwickler gibt an, dass der Tor-Browser “deinstalliert“ ist, sobald der Ordner “Tor Browser“, der bei der Installation erstellt wurde, gelöscht wird. Wenn es keinen Ordner gibt, der mit dem Tor-Browser in Verbindung steht, dann kommt eine Deinstallation darauf an, wie die Software installiert wurde. Bei einem Installationspaket sollte eine Deinstallations-Datei beim Download enthalten sein.

 

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)

https://www.torproject.org/

https://metrics.torproject.org/userstats-relay-country.html?start=2019-05-01&end=2019-05-28&country=all&events=off

https://tipps.computerbild.de/internet/browser/tor-browser-legal-ist-die-nutzung-erlaubt-623251.html

https://www.heise.de/download/product/tor-browser-40042

 

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