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Trailing Slash

Bei dem Trailing Slash handelt es sich um den Schrägstrich am Ende einer URL. Im Allgemeinen sind Slashes Schrägstriche, die Verzeichnisse innerhalb einer URI kennzeichnen. In der Informatik sind Verzeichnisse geordnete Listen, in denen sich Ordner (bzw. Unterverzeichnisse), Dateien und Dokumente befinden. Im Rahmen von Webservern spricht man von URL Verzeichnissen. Streng genommen handelt es sich bei URLs mit einem Trailing Slash also um die Anzeige eines Verzeichnisses, während URLs ohne Trailing Slash Dateien oder Dokumente darstellen. Heutzutage ist diese Definition allerdings nicht mehr aktuell. Der Trailing Slash muss nicht zwingend gesetzt werden, wenn es sich um ein Verzeichnis handelt.

In einigen modernen Browsern wie Google Chrome (Version 62 und früher) und Mozilla Firefox (Version 57 und früher) wird der Trailing Slash in der Adresszeile bei Sub-und Root Domains gar nicht mehr angezeigt, obwohl er de facto vorhanden ist. Dafür gibt es keine technische Erklärung. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine ästhetische Änderung, da URLs ohne Trailing Slash sauberer aussehen.

Duplicate Content und Crawlability

Trailing Slashes sind in der Suchmaschinenoptimierung ein kleines aber sehr feines Detail, weil sie SEO Probleme verursachen können. Technisch betrachten Suchmaschinen URLs, die mit und ohne den Trailing Slash aufrufbar sind, als zwei verschiedene Webseiten mit gleichem Inhalt, also Duplicate Content. Theoretisch wäre es also möglich, unter der URL https://www.advidera.com/ einen komplett anderen Inhalt anzuzeigen als auf https://www.advidera.com. Google gibt jedoch Entwarnung vor Abstrafungen: Webmaster brauchen sich hierbei keine Sorgen über Penaltys machen, da zahlreiche Webseiten dieses Problem aufweisen und sich die Suchmaschine dieser Lage durchaus bewusst ist. Jedoch geht verringert sich die Linkkraft, da der Link Juice auf mehrere Ressourcen verteilt wird.

Seiten mit und ohne Trailing Slash können außerdem die Crawlability negativ beeinflussen, wenn keine Anweisung auf eine Originalresource besteht. Da die Seite praktisch doppelt so viele Inhalte hat, würde der Crawler auch doppelt so lange brauchen, bis er die Seite durchsucht hat.

Canonical Tag

Um den beiden Problemstellungen des Duplicate Contents und der Crawlability entgegenzusteuern, werden Canonical Tags eingesetzt. Damit weisen Webmaster Suchmaschinen darauf hin, welche die zu crawlende Version ist. Dabei ist es egal, für welche Version man sich entscheidet, solange diese konsequent beibehalten wird. Die Version, für die man sich nicht entschieden hat, sollte Besucher und Bots allerdings mittels 301 auf die Originalresource weiterleiten.

Rewrite in der .htaccess

Um den Trailing Slash domainweit zu entfernen oder hinzuzufügen, muss die .htaccess Datei bearbeitet werden. Dafür muss die Regel RewriteEngine On umgeschrieben bzw. ergänzt werden:

RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f 
RewriteRule ^[^/]+$ %{REQUEST_URI}/ [L,R=301]
(URL mit Trailing Slash)

RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule ^[^/]+$ %{REQUEST_URI}/ [L,R=301]
(URL ohne Trailing Slash)

Folgen für die SEO

Für SEOs bereitet der Trailing Slash immer wieder Probleme. Nicht zuletzt wegen den oben beschriebenen Duplicate Content und Crawlability. In der Umsetzung des Canonical Tags und den damit verbundenen Weiterleitungen gibt es viel Fehlerpotential. Hat man sich erst einmal für eine Version entschieden, sollte diese auch konsequent durchgezogen werden. Aus diesem Grund ist die Bearbeitung der .htaccess Datei die einfachste Lösung, da die 301 Weiterleitungen hier automatisch erfolgen. Auch bei der Länderkennzeichnung mit dem hreflang Tag müssen Webmaster auf den Trailing Slash achten. Dort muss auch angegeben werden, welche Version die richtige ist und im hreflang Tag auch angegeben werden.

Quellen

https://webmasters.googleblog.com/2010/04/to-slash-or-not-to-slash.html

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