Webnapping

Webnapping ist ein zusammengesetzter Begriff aus Web und Kidnapping, welcher den Einbau von fremden Inhalten auf einer Webseite beschreibt. Im Gegensatz zum Scraping ist das Webnapping legal, da die Inhalte freiwillig zum Teilen bereit gestellt werden. Ziel des Webnappings ist es, durch fremde Inhalte mehr Traffic zu generieren und somit das Ranking zu verbessern.

Erklärung

Webnapping

Der Begriff Webnapping ist nur im deutschsprachigen Raum verbreitet und lässt sich in keiner anderen Sprachen finden. Es handelt sich um einen Scheinanglizismus, da sich der Begriff zwar aus englischen Wörtern zusammensetzt, dort allerdings nicht benutzt wird. Vielmehr ist damit das Konzept des Entführens (Kidnapping) im Internet (Web) gemeint.

Webnapping wird genutzt, um die eigene Webseite durch fremden Content zu bereichern. Hierbei werden Inhalte freiwillig von anderen Webmastern zur Verfügung gestellt ohne die Urheberrechte zu verletzen. Grund für die Beliebtheit des Webnapping ist die Einsparung des Arbeitsaufwandes. Die Erstellung von Content kostet Zeit und Geld, was durch die Nutzung fremden Inhaltes erheblich eingespart werden kann. Häufig fehlt auch das Fachwissen zur Erstellung von Inhalten wie Javascripts, Bildern und Videos. Auf der anderen Seite werden Inhalte zur Verfügung gestellt, weil das Webnapping eine Möglichkeit ist, um möglichst viele Backlinks aufzubauen. Vor allen Dingen zu Anfangszeiten des kommerziellen Internets war die Anzahl der Backlinks ein ausschlaggebender Faktor für das Ranking einer Webseite. Optimalerweise ist das Webnapping also für beide Seiten des Datenaustausches vom Vorteil.

Formen des Webnappings

Webnapping Inhalte können durch viele verschiedene Wege realisiert werden. Einige Beispiele sind:

  • Bilder/Grafiken
  • Videos
  • Audio-Dateien
  • iFrames
  • CSS-Codes
  • Javascript

Durch das Webnapping können Webmaster nicht nur Inhalte, sondern auch die Gestaltung dieser zur Verfügung stellen. So können andere Webseitenbetreiber zum Beispiel Javascripte oder CSS-Codes kopieren, um so ihre eigene Seite zu formen. Auch durch iFrames können Inhalte auf anderen Seiten geteilt werden. Dafür wird ein HTML-Code zur Verfügung gestellt, der sich einfach in andere Seiten einbauen lassen. Dadurch lassen sich auch Videos von verschiedenen Plattformen wie zum Beispiel Youtube oder Vimeo auf der eigenen Webseite einbauen.

Rechtslage

Inhalte werden beim Webnapping freiwillig von anderen Nutzern für den Gebrauch freigegeben. Webnapping wird oft mit Scraping verwechselt, da es sich bei beiden Begriffen um die Einnahme von fremdem Content handelt. Tatsächlich beschreibt Scraping aber das allgemeine Konzept des Einlesens, Auswerten und der Verwendung von externen Informationen und Inhalten, und stellt damit einen Oberbegriff dar. Webnapping hingegen ist immer mit der expliziten Erlaubnis des Urhebers verbunden, sodass die Rechtslage in der Regel als legal betrachtet wird. Scraping hingegen kann legaler als auch illegaler Natur sein.

Bedeutung für Onlinemarketing und SEO

Anbieter können durch das Webnapping ihre eigene Brand verbreiten. Abnehmer können durch fremden Content die Verweildauer erhöhen und den Inhalt ihrer eigenen Seite anreichern, ohne diesen selber zu verfassen.

Webnapping ist für Webmaster aus der SEO-Sicht allerdings nicht mehr so attraktiv wie einst. Durch das Webnapping konnten Content-Ersteller viele dofollow Verlinkungen realisieren und damit die Linkpopularität steigern. Die hohe Anzahl dieser Backlinks war ein wichtiger Faktor für das Suchmaschinen-Ranking einer Webseite. Obwohl diese zwar immer noch eine signifikante Rolle spielen, rückt für Google immer mehr der Content selber in den Vordergrund.

Webmaster, die ihren Content zum Teilen zur Verfügung stellen laufen weiterhin Gefahr, dass dieser auf Spam-Webseiten geteilt wird. Dadurch werden negative Signale an Suchmaschinen gesendet, was sich im Gegenzug schlecht auf das Ranking und den Domain-Trust auswirkt. Da Google immer mehr auf solche giftigen Verlinkungen achtet und auch immer besser darin wird, diese zu erkennen, ist das Webnapping nicht mehr empfehlenswert.

Quellen:

Ihr Weg zu mehr Besuchern und Umsatz