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Clickbait

Der Begriff Clickbait kommt aus dem Englischen und bedeutet Klick-Köder. Das Clickbaiting ist eine Praxis der Onlinemedien, die primär für Blogposts, News oder Videos genutzt wird. Hierbei werden Links zu Inhalten im World Wide Web mit übertriebenen Überschriften angepriesen, die das Interesse der User wecken und möglichst viele Klicks auf den Link generieren sollen.

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Wozu dienen Clickbaits?

Durch Clickbaits sollen die User zur Interaktion mit den Inhalten (Liken, Kommentieren usw.) sowie zum Share via Social Media animiert werden. Sie sollen den Leser neugierig machen. Viele Nutzer klicken Links mit überspitzen Überschriften an, da diese spannende Inhalte versprechen. Das primäre Ziel ist es daher, möglichst viel Traffic auf eine Ziel-Website zu leiten. Im Nachhinein kann die Website mit der Schaltung von Ads (Online-Werbeanzeigen) monetarisiert werden. Clickbaits dienen somit praktisch dazu, höhere Reichweiten und Klickzahlen zu generieren, die auch zu höheren Werbeeinnahmen im Internetmarketing oder zu einer größeren Bekanntheit der Ziel-Website führen. Vorreiter des Clickbaitings sind Online-Magazine auf Facebook wie Buzzfeed.de oder heftig.co, aber auch klassische Medien wie die Fernsehsendung “heute“ oder “Focus TV“ nutzen diese Kommunikationsform. Heftig.co erreicht bei Facebook mit seinen Überschriften regelmäßig eine bedeutend größere Reichweite als etwa spiegel-online.de.

Beispiele für solche Clickbait-Formulierungen sind:

“Äpfel schaden in Wirklichkeit ihrer Gesundheit“
“Mit ihrer Taschenlampe leuchteten sie in eine dunkle Ecke. Dann entdeckten sie etwas Unglaubliches“.

Funktionsweise von Clickbaits

Die meisten Online Medien haben eine eigene Strategie entwickelt, um Klicks auf ihre Inhalte zu generieren. Die Headlines spielen meistens mit natürlichen Emotionen, Trieben und Gedanken der User. Häufig wird etwas “Unglaubliches“ und “Unmögliches“ mit verschiedenen Signalwörtern kommuniziert, aber auch umstrittene und polarisierende Themen werden gerne gewählt, um die Aufmerksamkeit für den Inhalt zu steigern. Clickbaiting ist als Form der Medienkommunikation nicht neu und wird bei fast allen klassischen Medien betrieben. Übertriebene Schlagzeilen in Printausgaben oder die Cliffhanger bei TV und Film haben ein ähnliches Funktionsprinzip. Die Großzahl der mit einem Clickbait versehenen Links sind Bilder, Video oder Listicles, die keine hohe journalistische Qualität haben oder keinen Mehrwert für den Konsumenten bieten. Diese Links, Videos etc. sind das Herzstück der Clickbait-Artikel. An ihrem Ende wird dem User meistens eine Take-Home-Message geboten, indem der Beitrag mit einem Fazit oder einer Schlussfolgerung versehen wird. Um die Interaktion mit den Inhalten zu steigern, werden Like-, Comment- und Share Buttons implementiert. Auf Social Media Kanälen verbreitet sich Content mit überspitzten Überschriften sehr schnell und erfolgreich. Die Artikel hinter dem Clickbait-Link sind meistens nicht so spektakulär, wie die Überschrift verspricht. Häufig verweilt der Nutzer nur wenige Sekunden auf dem Beitrag, da seine hochgesteckten Erwartungen von dem Content nicht erfüllt werden. Die Struktur und die Formulierungen erzeugen jedoch verschiedene psychologische Effekte beim Leser, die ihn dazu antreiben, den Artikel zu öffnen und möglicherweise selbst zu verbreiten.

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Elemente von Clickbaits

  1. Cliffhanger: “Dann passierte dieses oder jenes“, ohne genau zu sagen, was
  2. Call-To-Action: Elemente wie ‚Nicht verpassen!‘ oder ‚Unbedingt anschauen!‘
  3. Starke Adjektive: Unglaublich, erschreckend, schockierend usw.
  4. Superlative: Das Beste, das Schrecklichste, das Schönste oder das Unglaublichste.
  5. Aktive Verben: freuen, sehen, schreien, lachen oder weinen.
  6. Internet-Slang: OMG, WOW oder LOL fungieren als Hingucker und als Identifikation mit der Internetgemeinde.
  7. Zahlen: Ziffern erzeugen Aufmerksamkeit, da sie sich vom Text abheben. Ihr Einsatz ist besonders in Listings beliebt.

Clickbaits im Social-Media-Marketing

Der Einsatz von Clickbaits in Überschriften ist umstritten und wird häufig intensiv diskutiert sowie kritisiert. Besonders durch die mindere Qualität und den geringen persönlichen Nutzen der Beiträge für den Leser kritisieren Journalisten diese Art der Köderung von Usern. Befürworter definieren Clickbaiting als neue Form der Onlinekommunikation, die ein psychologisches Verlangen befriedigt. Die Betreiber solcher Seiten würden lediglich auf die Nachfrage der Nutzer eingehen. Für sie muss dieser Content nicht immer einen informationellen Mehrwert enthalten, denn die Inhalte dienen mehr zur Unterhaltung. Betrachtet man die erfolgreiche Monetarisierung der Online-Magazine mit Clickbait-Titeln ist dies auch nicht abzustreiten. Heftig.co und seine Konkurrenten gehören durch den hohen Traffic auf ihrer Website zu den beliebtesten Portalen im Netz. Dies wird auch mit Content Aggregation erreicht, die aus urheberrechtlicher Sicht zweifelhaft erscheinen kann. Die Seiten geben in diesem Fall die Quellen oder Urheber ihrer Inhalte nicht explizit an. Auch für das Social Media Portal Facebook ist der Nutzen der Clickbait-Links für den User nicht klar. Facebook reagierte daher bereits 2014 auf die steigende Zahl der Clickbait-Links und baute einen Algorithmus ein, der den Traffic für diese Websites normiert. Er kann so durch Änderungen im Newsfeed reduziert werden. Facebook begründet sein Vorgehen damit, dass die Überschriften dem User falsche Fakten vortäuschen und Versprechungen machen, die von dem folgenden Inhalt nicht erfüllt werden können.

Quellen

https://de.onpage.org/wiki/Clickbaiting
http://www.giga.de/extra/internet/gallery/clickbait-bedeutung-einfach-erklaert-an-6-beispielen/
http://heftigstyle.tumblr.com/

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