Mobile-Optimierung – So machen Sie Ihre Website fit für Smartphone und Co

Wieso sollte meine Website eigentlich optimiert für Mobil sein? Der Umsatz kommt doch über PCs und Laptops? So dachten viele Entscheider im E-Commerce noch vor wenigen Jahren. About You Co-Gründer Tarek Müller meint, dass 2014 Mobile noch „von allen unterschätzt“ wurde. Mit dem Siegeszug des Smartphones und der Veränderung in der Nutzung des mobilen Netzes hat sich dies grundlegend geändert. About You fährt, wie auch viele andere große Händler und Websites aus allen Bereichen, mittlerweile eine klare „Mobile-First-Strategie“. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie sich das Userverhalten durch Smartphones geändert hat, was Sie aus SEO-Gesichtspunkten bei der Mobile-Optimierung berücksichtigen müssen und welche Punkte relevant für die Nutzbarkeit Ihrer mobilen Seite sind.

Mobile Optimierung

Wie nutzen User das mobile Netz?

Diese Veränderung lässt sich auch an konkreten Zahlen festmachen: Anfang 2017 nutzten in Deutschland 78% aller Menschen ein Smartphone. Während in jüngeren Altersschichten die Nutzungsquote ohnehin gegen 100% läuft, ist besonders spannend, dass der Anteil der Senioren unter den Smartphone-Nutzer 2016 stark zugenommen hat. Durch die sozialen Aspekte rund um Chat-Apps und soziale Netzwerke und die intuitiven Bedienkonzepte von iOS und Android sind mobile Geräte in wenigen Jahren vom Gadget für Early Adopters zu einer den Massenmarkt vollständig durchdringen Kommunikationstechnologie geworden. Die Nutzung schränkt sich dabei längst nicht nur auf Apps ein: Webseiten werden teilweise schon zu mehr als 50% über Smartphones aufgerufen. Und 30% aller User geben an, privat mehrheitlich das Smartphone zum Surfen zu nutzen – ein Anstieg von 10% innerhalb eines Jahres. Für den E-Commerce interessant: 43% der User geben an, mobile Telefone auch zum Online-Shopping zu verwenden. Die Nutzer und Konsumenten sind bereits in hohen Zahlen mobil unterwegs – Webseiten, die sich nicht an den Bedürfnissen dieser Menschen orientieren, verlieren diese unausweichlich. Eine ebenfalls spannende Frage: bedeutet „mobile Nutzung“ nur die Verwendung eines Smartphones (also auch nur zu Hause), oder geht es wirklich um den Zugriff aufs Internet von unterwegs? Die Antwort: 2016 nahm die Nutzung unterwegs um 10% auf insgesamt 28% aller Deutschen zu, bei den unter 30-Jährigen sind es etwa zwei Drittel.

Für Webseiten-Betreiber ergeben sich daraus viele Fragen und Herausforderungen: auf was ist bei der Optimierung für Mobile meiner Seite zu achten? Wie schaffe ich eine ansprechende Nutzbarkeit? Wie werden Websites auf verschieden großen Geräten ausgegeben? Auf was muss bei den Inhalten geachtet werden, funktionieren dieselben Inhalte wie an großen Bildschirmen? Und wenn ich Nutzer mobil und stationär unterschiedlich anspreche, wie wirkt sich das dann auch meine SEO-Optimierung aus?

Mobile-Optimierung und Suchmaschinenoptimierung – was ist zu beachten?

Google selbst fördert das mobile Netz und ist sich der stark zunehmen mobilen Nutzung bewusst wie kaum ein anderes Unternehmen. Dies schlägt sich natürlich auch im wichtigsten Produkt, der eigenen Suchmaschine nieder – schließlich sollen Smartphone-Nutzer Seiten finden, die ihren Bedürfnissen gerecht werden. Seit 2015 gilt die Mobile-Optimierung als Ranking-Signal bei Google. Zwar blieb das „Mobilegeddon“ zunächst aus, nach und nach verloren aber Seiten ohne mobile Variante an Sichtbarkeit. Dieser Effekt dürfte noch stärker zunehmen: Ende 2016 hat Google den „Mobile-first-Index“ angekündigt. Also einen Index, der die Inhalte, die auf mobilen Geräten ausgespielt werden, zur Bewertung der Seite heranzieht. Allerdings dürfte dieser frühestens im Laufe des Jahres 2018 umgesetzt werden.

Folgende Punkte können Ranking-Faktoren für mobile Google-Ergebnisse sein

  1. Unterschiedliche Inhalte und dynamische Ausspielung. Mobilen Nutzern andere Inhalte ausspielen, macht häufig Sinn. Sei es, weil der User weniger Zeit zum Textkonsum hat oder weil die Screenfläche einfach andere Möglichkeiten bietet. Hier ist sicher zustellen, dass der Google-Bot sowohl Mobil als auch für den Desktop die Inhalte crawlen und richtig zuordnen kann. Hierbei ist die Nutzung des Vary-HTTP-Headers wichtig, die sicherstellt, dass der Googlebot und Caching-Server die jeweils richtigen Inhalte bekommen bzw. ausspielen. Dabei ist außerdem zu beachten, dass der Googlebot nicht spezifisch mit Inhalt bespielt werden soll – Google crawlt mit unterschiedlichen Bots, die unterschiedliche Geräte simulieren. Diese sollten auch jeweils die passende Seite, z.B. einen spezifischen Viewport, crawlen können.
  2. Nutzung von Responsive-Design. Responsives Design wird von Google empfohlen und gilt allgemein als am wenigsten fehleranfällig. Nachteil ist eine möglicherweise weniger perfekte Darstellung, wie sie mit einem dezidierten Design möglich wäre. Zu beachten ist vor allem die Nutzung des Viewport-Tags, um sicherzustellen, dass User und Bots die gedachte Darstellung präsentiert bekommen. Außerdem dürfen Bots nicht vom Crawling von CSS- oder Javascript-Dateien ausgeschlossen werden, diese benötigt Bots um die Darstellung auf verschieden großen Geräten analysieren zu können.
  3. Wird kein responsives Design verwendet, sondern eine mobile Variante mit eigener URL, so sind folgende Punkte zu beachten:
    • Auf der Desktop-Seite sollte per Alternate-Tag auf die mobile Webseite verwiesen werden. So weiß der Googlebot, welche Seite für mobile Anfragen gecrawlt und berücksichtigt werden soll.
    • Canonical-Tag von der mobilen Seite auf die Desktop-URL. Damit wird unter anderem sichergestellt, dass es sich bei den Inhalten nicht um Duplikate handelt.
    • Durchgehende interne Verlinkung: Intern dürfen keine von der Desktop-Seite aus keine Mobile-Seiten verlinkt werden und umgekehrt. Die interne Verlinkung muss konsistent sein, um Problemem bei der Linkjuice-Verteilung vorzubeugen.
  4. Webspeed ist mobil noch wichtiger als am Desktop. Der Geschwindigkeit der Seite kommt unterwegs eine besondere Rolle zu. Bei schlechtem bis mäßigem Netz laden Seiten nur sehr langsam – ein potentielles Ranking-Problem, vor allem wenn Ihre Nutzer in einer Gegend mit schlechter Netzabdeckung unterwegs sind. Für die Mobile-Optimierung ist daher eine kleine absolute Größe der Website anzustreben, auch hier kann dynamisch skalierend gearbeitet werden.
  5. Potentiell werden Inhalte in mobilen Webseiten anders gewichtet als in Desktop Varianten. Beispielsweise wurden in der Vergangenheit Inhalte, die sich in Tabs oder Akkordeons befinden, von Google weniger oder gar nicht zur Bewertung einer einer Seite herangezogen. Für mobile Websites gilt diese Einschränkung nicht.
  6. Negativer Einfluss von störender Werbung auf mobilen Seiten. Werbung kann sich mobil besonders stark auf Rankings auswirken. Seit Anfang 2017 verwendet Google einen Algorithmus, der Seiten mit Werbung, die sich über die eigentlichen Webseite-Inhalte legt („interstitials“). Dies gilt für Werbung, die direkt nach dem Klick auf ein Ergebnis in den SERPs erscheint.

Usability auf Smartphones und mobilen Geräten

Smartphones unterscheiden sich vielfältig von Desktop-Pcs. Es steht wesentlich weniger Platz zur Darstellung von Informationen zur Verfügung und im Gegensatz zu breiten Monitoren müssen Inhalte stärker vertikal geordnet wiedergegeben werden. Außerdem unterscheidet sich die Bedienung. Mit Fingern kann weniger präzise gearbeitet werden (zumindest gilt das für Menschen, die nicht mit Smartphones von Kindesbeinen an aufwachsen), dafür sind Bedienkonzepte zum Teil intuitiver verständlich. Ebenfalls ein großer Faktor: die Umgebung des Nutzers. Bei Desktop-Pcs kann von einer relativ ruhigen Umgebung ausgegangen werden. In der Regel hat der Nutzer auch Zeit. Smartphones werden hingegen in einer Vielzahl von Situationen und örtlichen Umgebungen genutzt. Häufig werden Seiten nur für wenige Sekunden aufgerufen. Aus diesen veränderten technischen Bedingungen und anderen Usersituationen ergibt sich eine Vielzahl von Anforderungen für die Nutzbarkeit mobiler Websites. Im folgenden klären wir wichtige Punkte, die es bei der Mobile-Optimierung mit Hinblick auf die Usability zu beachten gilt.

So gewährleisten Sie die Nutzbarkeit Ihrer mobilen Website

  1. Die angepasste Ausspielung auf verschieden großen Geräten muss funktionieren. Ob mit Responsive-Webdesign oder angepassten Seiten – jeder User sollte die Seite bekommen, die zu seinem Gerät passt.
  2. Nutzung einer gut lesbaren Typografie: Es sollte eine ins Gesamtkonzept der Seite passende Typografie gewählt werden. In der Regel werden mobil größere Schriftarten genutzt, als am Rechner. Auch die Spationierung muss passend gewählt sein. Buchstaben, Wörter, Zeilen und Absätze dürfen nicht zusehr ineinander gequetscht werden. Auch auf hohen Kontrast ist zu achten, um in Situationen mit schlechten Lichtverhältnissen eine optimale Lesbarkeit zu gewährleisten.
  3. Buttons und weitere Bedienelemente müssen ausreichend groß sein. Nicht nur Kinder und Jugendliche nutzen mobile Webseiten. Dementsprechend sollten mobile Websites so angepasst werden, dass Buttons & Co. groß genug sind, um sicher genutzt werden zu können. Auch hier ist wichtig, nicht zu viele Elemente auf engem Raum zu platzieren – das Risiko von Fehlbedienungen steigt sonst deutlich an. Ihr Design muss finger-freundlich sein.
  4. Vermeidung von Hover-Menüs. Hover-Menüs sind mobil nicht zu gebrauchen. Allgemein sind gut gestaltete und auf das Wesentliche reduzierte Menüs besonders wichtig.
  5. Slider sind mobil besonders unnütz. Slider gelten allgemein als schlecht für die Conversion. Am Smartphone sind sie störend für die Navigation einer Seite und tragen zur Verwirrung des Users bei. Also am besten einfach ganz weglassen.
  6. Keine Verwendung veralteter Web-Technologie. Browser für Smartphones unterstützen häufig nicht mehr älteren Technologien wie etwa Flash. In der Folge funktionieren die Seiten nicht, zum Teil können diese auch Sicherheitsprobleme darstellen
  7. Verwenden Sie simple Formulare. Formulare, die unnötig viele Informationen abgreifen sind schon am Desktop eine Konversion-Killer. Mobil gilt dies noch mehr. Fordern Sie stets nur die Informationen an, die wirklich gebraucht werden.
  8. Inhalte sollten an die Bedürfnisse und Umstände von Menschen, die unterwegs sind, angepasst sein. Hier lassen sich keine pauschalen Aussagen machen. Auch lange Texte können am Smartphone gut funktionieren. Viele Menschen lesen beispielsweise auch gerne längere Texte zu Hause auf dem Smartphone. Vielleicht machen aber zusätzliche Zusammenfassungen Sinn, die Nutzer in Eile schnell abholen. Besteht eine erhöhte Chance, dass User mobil ihre Seite nutzen (etwa wenn Sie Informationen über Sehenswürdigkeiten bereit stellen), sollte hier besondere Sorgfalt herrschen. Hier hilft auch eine Content-Monitoring, dass nach verwendeten Geräten unterscheidet.
  9. Überlegen Sie sich, inwiefern Ihre Besucher mobile Websites anders nutzen und entwickeln die daraus neue Funktionalitäten. Durch den anderen Nutzerkontext ergeben sich auch andere Verhaltensweisen. Nehmen wir an ein Sneakerfan sieht auf der Straße ein schickes Turnschuh-Modell. Sie haben dieses in ihrem Webshop vorrätig. Unser Sneakerfreund schließt zwar nicht direkt den Kauf unterwegs ab – eine einfach zu nutzende „Vormerken“ Funktion am mobilen Gerät sorgt aber dafür, dass die Conversion abends am Laptop erfolgt. Ihre Mobile-Optimierung hat so zum Verkauf am größeren Gerät geführt.

Sind noch Fragen offen?

Sie haben Fragen zur Mobile-Optimierung? Ihre mobile Seite wird in der Google Suche nicht gefunden? Sie haben Probleme bei der Umsetzung Ihrer mobile Strategie? Schicken Sie mir eine Mail an j.kresser@advidera.com und ich werde mich unverzüglich mit Ihnen in Verbindung setzen.

Johannes ist Kind des Internets seit der ersten Stunde. Er begeistert sich für ganzheitliches Onlinemarketing von Suchmaschinenwerbung, über Onsite Optimierung bis hin zu innovativen Content Marketing Strategien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihr Weg zu mehr Besuchern und Umsatz

Send this to a friend