Holistischer Content – SEO-Allheilmittel oder Hype?

Holistischer Content

Seit einigen Jahren wird das Thema „Holistischer Content“ in SEO-Kreisen heiß diskutiert. Der Begriff „Holismus“ kommt von griechisch „holos“ und bedeutet „ganzheitlich“ oder „allumfassend“. Holistischer Content beschreibt einzelne Seiten einer Website, die sich mit einem Themenfeld oder einer spezifischen Fragestellung detailliert beschäftigen. Ein Besuch auf der Seite reicht aus, um sich zu diesem Thema zu informieren, ohne weitere Quellen hinzuzuziehen.

In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie alles rund um holistischen Content, wie Sie diesen texten und welche Vorteile er für Ihr Marketing mit sich bringt.

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Was zeichnet holistischen Content aus?

Holistische Webseiten liefern dem User einen erheblichen Mehrwert, geben umfangreiche Informationen und gehen fachlich in die Tiefe. Dadurch sind Veröffentlichungen dieser Art häufig länger als Beiträge auf konventionellen Seiten. Sie beantworten alle Fragen, die User typischerweise zu einem spezifischen Themenfeld haben. Das Thema sollte zwar umfassend, jedoch nicht ausschweifend bis ins kleinste Detail behandelt werden.

Holistischer Content besteht aber nicht nur aus reinen Textbeiträgen. Auch Videos, Info-Grafiken und Bilder gehören dazu und helfen dabei, einen Themenbereich ganzheitlich abzubilden. Die Wortanzahl von Beiträgen ist längst kein Hauptrankingfaktor mehr, vielmehr legen Suchmaschinenanbieter Wert auf das bestmögliche Nutzererlebnis. Dies berücksichtigen einige Webseitenbetreiber nicht und stellen überdurchschnittlich lange Textbeiträge auf ihre Seiten, die niemand lesen möchte.

Die Beiträge müssen leicht verständlich und gut zu lesen sein. Dabei spielen eine einwandfreie Grammatik, Orthografie und Interpunktion eine große Rolle. Komplizierte und qualitativ schlecht geschriebene Texte, führen zu einer hohen Absprungrate. Diese negativen Nutzersignale bestraft Google im Zuge der Customer Centricity mit einer niedrigeren Platzierung.
Holistische Webseiten werden nicht auf ein einziges Keyword hin optimiert, sondern ranken zu vielen semantisch miteinander verwandten Suchbegriffen. Die WDF*IDF Analyse ist das Mittel der Wahl, um semantische Bezüge verschiedener Begriffe innerhalb des Dokuments herzustellen.

Wie wird holistischer Content aufbereitet?

Da holistischer Content ein Thema umfassend behandelt, sollte auf eine gute und klare Gliederung besonderes Augenmerk gelegt werden. In unserer schnelllebigen Zeit haben die Interessenten oft wenig Geduld. Die meisten User wollen ihre Frage rasch beantwortet und ihr Problem schnell gelöst wissen. Je tiefer ein Artikel ins Detail geht, umso mehr Zeit müssen sie also aufwenden. Eine gut gegliederte Inhaltsangabe zu Beginn des Artikels hilft dabei, einen schnellen Überblick zu bekommen.

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Zahlreiche Zwischenüberschriften bieten Orientierung und lockern einen Text optisch auf. Sie erlauben es dem Leser zwischen den einzelnen Abschnitten zu springen, denn nicht jeden Rezipienten interessieren alle Abschnitte. So kann er weniger Interessantes ausschließen und direkt die Abschnitte ansteuern, die ihn ansprechen. Zur Gliederung gehören auch Tabellen, Hervorhebungen und Aufzählungen.
Medientypen wie Bilder, Info-Grafiken, Info-Boxen und Videos helfen ebenfalls dabei, den Inhalt informativ und unterhaltsam aufzubereiten. Je besser die Umsetzung, umso höher die Verweildauer der User auf der Seite.

Im Zuge der Content-Syndication, muss nicht jeder Inhalt komplett neu erstellt werden, sondern kann einfach nur seine Form ändern. Aus einem Video kann man Beispielsweise schnell ein Podcast oder auch durch transkribieren und Blog-Beitrag erstellt werden.

Holistischer Content

In Zeiten, in denen Suchmaschinen mobilen Endgeräten immer mehr Bedeutung zusprechen, darf die Ladegeschwindigkeit nicht außer Acht gelassen werden. Holistische Seiten haben viel Inhalt und Medien wie Bilder, Videos und Grafiken können den Pagespeed verlangsamen und ungeduldige User dazu veranlassen, die Seite zu verlassen, ehe sie geladen hat. Eine hohe Bounce Rate führt wiederum zu fallenden Rankings. Deshalb sollten Medien in modernen Formaten und möglichst kleinen Dateigrößen bereitgestellt werden.

Auch die Aktualität des Inhalts spielt vor allem online eine große Rolle. Themen entwickeln sich weiter. Deswegen müssen Webseiten, die nach holistischem Ansatz erstellt wurden, immer aktuell gehalten und ergänzt werden, nur so können gute Platzierungen langfristig bestehen bleiben.

Holistischer Content vs. klassische SEO-Strategie

Mit dem Hummingbird Update 2013 war Google endlich in der Lage auch semantische Zusammenhänge von Begriffen und Suchanfragen herzustellen. Das führte unweigerlich zu einer qualitativen Verbesserung der Suchresultate. Zuvor konnte der Algorithmus nur nach Schlagwörtern innerhalb der Suchanfrage suchen. Aus diesem Grund fokussierte sich traditionelles SEO auf Internetsuchmaschinen und die Erstellung von Webseiten und Unterseiten, die jeweils auf ein einzelnes Keyword optimiert sind. Die Qualität der Inhalte und das spezifische Bedürfnis von Nutzern, sich umfassend zu einem Thema zu informieren, standen dabei nicht im Vordergrund.

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Die Art und Weise wie User Suchanfragen formulieren, hat sich außerdem stark verändert. Es ist inzwischen völlig normal, ganze Sätze und Fragen einzusprechen anstelle einzelner oder mehrere Keywords einzutippen. Digitale Sprachassistenten wie die Google Voice Search ermöglichen es dem User, lange komplexe Sätze einzusprechen, die zielgenau das formulieren, wonach er sucht. Der Suchmaschinengigant ist heute in der Lage schon bei der Suchanfrage semantische Zusammenhänge zu erkennen und das beste Ergebnis anzuzeigen, auch wenn kein Haupt-Keyword genannt wird.

Das sind die Vorteile

Die Vorteile von Holistischem Content liegen auf der Hand. Eine einzige Seite rankt für zahlreiche Keywords, weil sie ein Thema umfassend abbildet. Das führt zu mehr Traffic und zu organisch generierten Backlinks, denn hochwertige Inhalte werden in der Regel über Social Media Plattformen wie Facebook geteilt und ganz natürlich mit Blogs und anderen Websites verlinkt. Diese Faktoren sprechen eindeutig für den holistischen Ansatz, denn der Content orientiert sich an den Nutzerbedürfnissen und ist optimal auf diese angepasst.

Das sind die Nachteile

Es gibt aber auch einige Nachteile, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Holistische Seiten haben zum Beispiel für alle Keywords, für die sie ranken, nur eine Meta-Description, weil das Thema und seine Unterthemen auf einer einzigen Seite abgehandelt werden. So kommt es vor, dass holistische Seiten eine niedrige Klickrate haben können, weil der User anhand der Beschreibung in der Metadescription keine Relevanz zu seiner Suchanfrage erkennt.

In der traditionellen Suchmaschinenoptimierung wird dagegen zu jedem Keyword eine Seite oder Unterseite erstellt, für die jeweils eine spezifische Metadescription geschrieben wird. Inzwischen ist der Algorithmus aber in der Lage zu erkennen, ob eine Metadescription auf eine Suchanfrage passt. Sollte dies nicht der Fall sein, dann stellt er das Snippet selbst zusammen, indem er sich jene Auszüge aus dem Content der Seite raussucht, die am besten die Suchintention des Nutzers treffen.

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Viele holistische Seiten versuchen, ein Thema durch möglichst lange Textbeiträge abzubilden und so in die Suchergebnisse zu kommen. Ewig lange Textwüsten schrecken die meisten Leser allerdings ab. Nutzer verlangen immer mehr nach schnellen Antworten. Auch das könnte ein Gegenargument zum holistischen Ansatz sein.

Das sind die Alternativen

Eine Alternative sind Pillar-Pages oder Cornerstone-Artikel. Pillarpages behandeln ein Thema nicht allumfassend, gehen aber schon auf die wichtigsten Bereiche ein und verlinken auf Unterseiten, die zu einzelnen Punkten noch mehr in die Tiefe gehen. Cornerstone-Artikel sind die Eckpfeiler einer Website. Sie bilden sozusagen das Fundament aus den besten und wichtigsten Seiten oder Beiträgen, die ein Webseitenbetreiber in den Suchmaschinen am besten platzieren möchte. Anders als bei holistisch aufbereiteten Seiten können diese Seiten und Unterseiten für einzelne Keywords ranken, die jeweils ihre eigenen Snippets haben.

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Fazit

Holistischer Content ist nur einer von vielen möglichen Wegen, gleichzeitig Traffic zu regenerieren und sowohl den Nutzer als auch Google zufriedenzustellen. Wer diesen Ansatz verfolgt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass lange Texte kein Allheilmittel sind. Eine gute Gliederung, die Einbindung von Bildern, Videos und informativen Grafiken sind unerlässlich. Auch dass nur eine einzige Meta Description, auf die man selbst Einfluss hat, zur Verfügung steht, muss berücksichtigt werden.

Sie sollten überprüfen, ob ein holistischer Ansatz für die eigene Nische und Marke Sinn ergibt. Schlussendlich ist es für die Google-Algorithmen und die Nutzeranalyse am wichtigsten, dass sich die Zielgruppe gut aufgehoben fühlt und alles findet, was sie sucht.

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