Cookie Dropping

Beim sogenannten Cookie Dropping (auch Cookie Stuffing) handelt es sich um eine Betrugsmethode im Rahmen des Affiliate Marketing. Im Normalfall muss der Nutzer eine Anzeige anklicken, dass ein Cookie gelegt werden kann. Beim Cookie Dropping wird dieser Klick gewissermaßen simuliert und dem User wird fälschlicherweise ein Cookie untergeschoben.
Entscheidet sich der Nutzer nun zum Kauf bei einem Unternehmen, das Teil eines Affiliate Marketing Netzwerks ist, wird diese Conversion dem Affiliate zugerechnet. Wurde der Cookie im Browser gedroppt spielt es eben keine Rolle, ob die Conversion tatsächlich über die Anzeige des Affiliates erzeugt wurde. Der Cookie simuliert, dass der Nutzer über die Anzeige des Affiliates zu der Conversion gelangt ist. Der Affiliate erhält fälschlicherweise eine Provisionszahlung vom Advertiser.

Arten des Cookie Dropping

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie bei Nutzern unbemerkt Cookies gesetzt werden können. Bitte beachten Sie, dass dies lediglich Erklärungsbeispiele sind und von der Verwendung dieser Methoden strengstens abgeraten wird.

  • HTML-iframe
    Die vermutlich simpelste Variante des Cookie Dropping findet ihr Versteck im HTML Code. Durch das Einpflegen einer einzigen Zeile im Quelltext einer Website, kann das Cookie beim Besucher der Seite gesetzt werden. Eine solche Zeile kann auch von einem Dritten mittels Hacking in den Quellcode einer fremden Webseite eingepflegt werden. Der sogenannte iframe wird in der Regel möglichst klein und unauffällig gestaltet. Die zugehörige Zeile könnte folgendermaßen aussehen:
<iframe src=”http: //beispiel.com/″ width=”1″ height=”1″ name=”cookie_drop”/>
  • Layer Ads
    Layer Ads sind Werbeanzeigen, die sich vor die gesamte Webseite oder relevante Teile der Webseite schieben, um möglichst große Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ein solcher Layer Ad kann dahingehend manipuliert werden, dass bereits das Laden dieser Anzeige zum Cookie Drop beim Nutzer führt. Layer Ads beinhalten zudem häufig einen Button zum schließen der Anzeige. Eine infizierte Anzeige kann auch beim Klicken auf diesen Button einen Cookie droppen.
  • Redirect Skript
    Viele Anbieter nutzen weiterleitende Links oder Ladebildschirme während dem Aufbau der eigentlichen Website. Affiliates können diese Wartezeit nutzen, um Cookies beim Besucher zu droppen.
  • Cookie Drop via Download
    Videos, Bilder oder auch Software, die kostenlos zum Download angeboten werden, können mit Cookies infiziert sein, die im Browser des Nutzers gespeichert werden, sobald die Datei heruntergeladen ist.

The Last Cookie wins

Das Prinzip “Last Cookie Wins” spielt im Zusammenhang mit Affiliate Marketing und Cookie Dropping eine bedeutende Rolle. Es besagt, dass eine Conversion immer dem Cookie zugerechnet wird, das zuletzt bei einem Nutzer gesetzt wurde. Ein betrügerischer Affiliate ergaunert sich so nicht nur selbst die Provision, sondern beraubt möglicherweise einen ehrlichen Affiliate, dem die Conversion eigentlich hätte zugeschrieben werden müssen.

Kritik & Reaktionen

Private Nutzer können auf Browsererweiterungen oder Reinigungssoftware zurückgreifen, um unerwünschte Cookies zu entfernen. Auch die meisten großen Netzwerke, die Affiliate Marketing betreiben verwenden Software, um Cookie Dropping Versuche aufzudecken und unterbinden zu können. Verrechnet ein Affiliate über einen gewissen Zeitraum überdurchschnittlich viele Klicks und Sales, kann dies ein Hinweis auf die Verwendung von Cookie Dropping sein. Wird festgestellt, dass ein Mitglied des Netzwerks Cookie Dropping verwendet, kann dieses neben dem Ausschluss aus dem Netzwerk zu strafrechtlicher Verfolgung führen.

Alternative

Rechtlich gesehen wird im Affiliate Marketing in erster Linie der Advertiser durch Cookie Dropping betrogen, falls dieser fälschlicherweise Provision an den Affiliate bezahlt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass Affiliate und Advertiser sich absprechen und sich über Cookie Dropping einig werden. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn bereits die Anzeige eines Banners ausreichende Marketing Maßnahme gewertet wird. Mittels Postview Tracking wird eine Conversion innerhalb eines bestimmten Zeitfensters dieser Werbeanzeige zugerechnet und der Affiliate dafür vergütet. Es ist jedoch zu beachten, dass sich die beteiligten Parteien hier in einer Grauzone bewegen, da auch betroffene Nutzer in Kenntnis gesetzt werden müssten.

Quellen

Ihr Weg zu mehr Besuchern und Umsatz